Tomas Sniadowski will auch Restaurant wiederbeleben

Northeim: Privater Betreiber möchte Stadthalle übernehmen

zje12320.02.2018Tomas Sniadowski Stadthalle Northeim
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Will die Stadthalle zu einem Aushängeschild machen: Tomas Sniadowski.

Northeim. Seit fast neun Jahren sucht die Stadt Northeim händeringend einen Betreiber für die zwischenzeitlich von der Schließung bedrohte Stadthalle.

Jetzt wurden die Bemühungen von Erfolg gekrönt: Der Northeimer Musikproduzent, Sänger und Inhaber einer Veranstaltungsagentur, Tomas Sniadowski, möchte so schnell wie möglich die Stadthalle übernehmen und sie – wie er sagt – zu einem überregional bekannten Aushängeschild für die Stadt Northeim machen.

Neben einer grundlegenden Renovierung der Halle will der 37-Jährige nicht nur das frühere Restaurant „Graf Otto“ reaktivieren, sondern auch die Kegelbahn im Keller. Derzeit sei er mit mehreren möglichen Gastronomie-Partnern im Gespräch, die alle Interesse daran haben, dem Restaurant der Stadthalle nach so vielen Jahren Stillstand wieder Leben einzuhauchen.

Anfang Oktober vorigen Jahres habe ihn der amtierende Leiter der Northeimer Stadtverwaltung, Jörg Dodenhöft, am Rande einer Veranstaltung gefragt, ob er sich vorstellen könne, die Stadthalle als Betreiber zu übernehmen. „Spontan habe ich natürlich gedacht, um Himmelswillen, nein. Aber je länger ich über das Angebot nachgedacht habe, desto sympathischer fand ich die Idee“, so der 37-Jährige.

In zahlreichen Gesprächen, über die laut Sniadowski Stillschweigen vereinbart worden war, habe man die Vorstellungen und Ideen „beider Seiten“ erfolgreich unter einen Hut gebracht. Jetzt müssten die politischen Gremien der Stadt Northeim nur noch grünes Licht geben, dann könne er nach Abschluss eines Betreibervertrages mit der Stadtverwaltung sofort mit der Renovierung beginnen.

Laut Stadtverwaltung sieht der Zukunftsvertrag der Stadt einen jährlichen Betriebskostenzuschuss von 50 000 Euro an den Betreiber der Stadthalle vor. 

Apropos Geld: Für die Renovierung der Stadthalle, die komplette Sanierung des Restaurants, den Bau einer Außenterrasse samt Küche und viele Dinge mehr will Tomas Sniadowski „eine ordentliche Stange Geld“ in die Hand nehmen. „Ich weiß, dass ich mit der Stadthalle nicht zum Millionär werde“, sagt Sniadowski mit einem Lächeln. Trotzdem will er das „Wagnis“ eingehen. Der Northeimer, der schon zahlreiche erfolgreiche Veranstaltungen, vor allem in der Stadthalle, auf die Beine gestellt hat, betont, dass er vor allem etwas für Northeim machen möchte. 

„Die Zeit der Meckerei und der negativen Einflüsse in Northeim muss irgendwann ein Ende haben. Man muss nicht immer alles nur schlechtreden. Und wenn man die Möglichkeiten hat, am negativen Image Northeims etwas positiv zu verändern, dann sollte man das auch tun“, sagt der 37-Jährige. Vor allem bei der Vermarktung der Stadthalle will Sniadowski andere Wege gehen, als bisher: „In der Halle steckt so viel Potenzial. Man muss es nur nutzen.“ „Die Zeit der Meckerei und der negativen Einflüsse muss irgendwann ein Ende haben.“ 

Tomas Sniadowski Er strebt unter anderem eine bundesweite Vermarktung an. Seine Kontakte zu namhaften Konzertveranstaltern würde er nutzen, um auch international bekannte Künstler nach Northeim zu holen. Der 37-Jährige stellt sich aber vor, dass in Zukunft nicht nur Konzerte in der Stadthalle stattfinden, sondern auch Familienfeiern, Tagungen, Messen und vieles mehr. Vor allem die Räumlichkeiten im Obergeschoss der Halle hätten es nach seinen Worten verdient, wieder reaktiviert zu werden. 

Und: Sniadowski freut sich über eine enge Zusammenarbeit mit dem Stadthallen-Förderverein, in dem er selbst Mitglied ist. „Zusammen können wir etwas richtig Gutes auf die Beine stellen“, so der 37-Jährige. Von einer größeren, bundesweiten Vermarktung der Stadthalle würden auch die Hotels der Innenstadt sowie die Geschäfte profitieren, ist Sniadowski überzeugt. Vertragsabschluss Jetzt müsse Sniadowksi sein Betreiber-Konzept für die Stadthalle den politischen Gremien vorstellen.

Wenn es dort keine Einsprüche gibt, würde es zum Vertragsabschluss kommen, heißt es aus dem Rathaus. Laut Verwaltung wurden in den vergangenen Jahren bereits rund 530 000 Euro in die Beseitigung von Brandschutzmängeln und in die Technik investiert.  

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