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Hohe Nachfrage nach Tieren im Northeimer Tierheim

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Von: Marvin Hinrichsen

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Tierheim-Mitarbeiterin Alina Goebel mit Mischlingshund Otto vor dem Northeimer Tierheim.
Tierheim-Mitarbeiterin Alina Goebel mit Mischlingshund Otto vor dem Northeimer Tierheim. © Marvin Hinrichsen

Die Coronapandemie war für alle Bürger eine Herausforderung. Das erste Mal sah man sich der Einsamkeit durch die Kontaktbeschränkungen ausgeliefert. Für viele Bürger war das der Grund, sich ein Haustier anzuschaffen.

Northeim – Im Northeimer Tierheim hat die Nachfrage nach Tieren in der Pandemie zugenommen, wie Leiter Domenik Geese bestätigt. Es seien 2019, also vor der Pandemie, 267 Tiere vermittelt wurden. im Pandemiejahr 2021 hätten dagegen 282 Haustiere ein neues Zuhause gefunden. Aktuell habe man 69 Tiere in Pflege.

„Doch was viele nicht bedenken, ist, wie viel Arbeit ein Haustier machen kann“, fährt Geese fort. Die Erkenntnis komme meist leider aber erst, wenn man das Tier schon gekauft habe. „Wenn jemand bei uns ein Haustier abgeben will, fragen wir immer nach dem Warum“, fährt er fort „Wir erwarten Ehrlichkeit, denn nur so können wir den Charakter des Tieres einschätzen und den Bedürfnissen des Tieres gerecht werden“. Viele würden ihren Hund abgeben, weil er problematisch ist, doch bei der Abgabe die Problematiken verschweigen.

„Die Tierhalter erfinden bei Abgabe des Tieres größtenteils die wildesten Ausreden“, erzählt Geese. „Wenn wir misstrauisch sind wegen einer Behauptung, wie beispielsweise einer Allergie, fragen wir auch teils nach einem ärztlichen Nachweis.“

„Es ist wichtig, dass die Menschen sich erklären müssen, warum sie ihr Haustier abgeben möchten, denn den meisten ist auch klar, dass sie Mist gebaut haben“, sagt der Tierheimleiter. Doch nicht alle, die ihr Tier im Tierheim abgeben, seien herzlos. ,,Wir haben regelmäßig Tierhalter, die in Tränen ausbrechen, wenn sie sich von ihrem Haustier verabschieden müssen“, schildert Geese. Viele bringen sogar ihrem Haustier noch ein Spielzeug oder das Lieblingsessen mit.

Das Geschäft mit Tieren auf Online-Plattformen mache den Tierheimen zu schaffen, so Geese weiter. Denn die Hunde oder Katzen könnten meist nicht besichtigt werden. Dies habe zur Folge, dass viele Halter im Nachhinein überfordert seien. „Wichtig ist, sich genau zu informieren, woher das Tier kommt, ob die nötigen Papiere und Impfungen vorhanden sind.“, mahnt Domenik Geese.

Im Tierheim würden aber auch oft auch Nagetiere oder Vögel abgegeben, aufgrund zu schneller und unüberlegter Käufe in der Zoohandlung. „Das Personal dort ist oft nicht geschult genug, um die richtigen Fragen zu stellen“, kritisiert Geese. „Bevor bei uns ein Tier mitgenommen werden kann, müssen erst die Rahmenbedingen geklärt werden“, betont der Tierheimleiter. Das Tierwohl stehe an erster Stelle. „Und so ist es bei uns beispielsweise nicht möglich, dass jemand einen großen Hund bekommt, wenn dessen Wohnung zu klein für das Tier ist.“

Schäferhündin Aska wartet auf ein neues Zuhause.
Schäferhündin Aska wartet auf ein neues Zuhause. © Marvin Hinrichsen

Auch warnt Domenik Geese davor, ein Haustier gegen Einsamkeit zu kaufen. „In den Zeiten der Kontaktbeschränkungen hat es auch vorwiegend Anfragen von älteren Menschen gegeben, die sich oft in diesen Zeiten allein gefühlt hatten.“, berichtet Geese. „Wir haben häufig gesagt, dass der Lockdown kein Dauerzustand sei.“ Deshalb sei es umso wichtiger, schon im Vorfeld genau zu überlegen, ob man dem Tier gerecht werden könne.

Wer den Hunden eine Freude machen möchte, kann mit den Vierbeinern des Tierheims Northeim spazieren gehen. Dies ist möglich, von Mittwoch, bis Freitag, in der Zeit von 9 bis 12 Uhr. Samstag und sonntags, von 14 bis 16 Uhr. (Marvin Hinrichsen)

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