Northeimer Stadtrat stimmt für Krippenbau am Wall

Skizze aus Richtung Südwesten vom Wall: So soll der Neubau aussehen. Bei der Gestaltung des Türmchens will das Theater der Nacht mitwirken. Foto:  Verwaltung

Northeim. Die Kinderkrippe am Wall wird gebaut. Gegen die Stimme von Rolf Pflugmacher (Linke) sowie Enthaltungen der FDP-Ratsmitglieder hat der Stadtrat den Neubau beschlossen.

Pflugmacher übte massive Kritik am Standort. Ein Krippenbau dort beeinträchtige die Wallanlage. Auch sei er verkehrstechnisch ungünstig gelegen. „Ich sehe schon die ersten Autos im Park parken“, sagte er.

Dagegen dankte CDU-Ratsherr Malte Schober der Verwaltung, dass es gelungen sei, nach dem Scheitern der Krippenbaupläne auf dem Grundstück des sogenannten Konrektorenhauses am Kirchplatz so schnell ein neues Areal zu finden. Sonst hätte der Verlust der Fördermittel des Landes gedroht. Er betonte, dass die Gestaltung sich in die Umgebung einpassen werde.

Der 600 000 Euro teure Neubau wird nun in der Trägerschaft der städtischen Brauerei GmbH realisiert. Knapp die Hälfte der Investitionssumme kommt dabei vom Land und dem Landkreis.

Hans Harer (Grüne) erinnerte daran, dass der Krippenbau am Kirchplatz durch das plötzliche Kaufangebot des FDP-Ratsherren Eckhard Ilsemann für das marode Fachwerkhaus „mutwillig“ verhindert worden sei. Die Stadt habe deshalb die Abrissgenehmigung, die der Besitzer hatte, wieder zurückgenommen.

Diese Entscheidung der Verwaltung sei nicht zwingend gewesen. Das habe ein Geschmäckle. Im Ergebnis habe der kirchliche Kindertagesstättenverband vergebliche Arbeit gehabt und Geld in überflüssig gewordene Planungen investiert.

Die Pläne der Kirche seien nicht sakrosankt“, nahm Irnfried Rabe seinen Fraktionsvorsitzenden Ilsemann gegen die Vorwürfe in Schutz. Harer sei mit seinen Worten über das Maß sachlicher Kritik hinausgegangen.

„Wir durften nicht anders handeln“, sagte Bürgermeister Hans-Erich Tannhäuser. Dabei verwies er auf die Vorschriften des niedersächsischen Denkmalschutzgesetzes, dessen oberste Prämisse der Erhalt historisch wertvoller Bausubstanz sei. (ows)

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