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Affenpocken: Infizierter hatte nur wenige Kontaktpersonen

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Von: Olaf Weiss

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Ein Mitarbeiter hält in einem Labor Teströhrchen in den Händen.
(Symbolbild) © Uwe Anspach/dpa

Die an Affenpocken erkrankte Person befindet sich in Quarantäne. Das hat die Northeimer Kreisverwaltung am Mittwoch auf HNA-Anfrage mitgeteilt. Keine Angaben gab es, ob der Patient zu Hause ist oder in einer Klinik.

Northeim – Am Dienstag hatte das Landesgesundheitsamt in Hannover bekannt geben, dass der erste niedersächsische Fall von Affenpocken im Landkreis Northeim aufgetreten sei. Es handele sich um einen Reiserückkehrer aus Spanien, mit nach Mitteilung der Kreisverwaltung „einer überschaubaren Anzahl von Kontaktpersonen“.

Neben dem Northeimer Gesundheitsamt sind auch die Gesundheitsbehörden von Stadt und Landkreis Göttingen involviert, da die Diagnostik bei dem Patienten von einer dort ansässigen Arztpraxis veranlasst worden sei.

„Es ist nicht zu befürchten, dass es zu einer stärkeren Ausbreitung der Krankheit in der Bevölkerung kommt, weil effektive Schutzmaßnahmen durchgeführt werden können“, betont Dr. Fabian Feil, Präsident des niedersächsischen Landesgesundheitsamtes. „Eine Quarantäne des Patienten und seiner direkten Kontaktpersonen ist nun oberstes Gebot.“

Denn laut Robert-Koch-Institut kann nicht ausgeschlossen werden, dass eine Ansteckung auch bei Personen möglich ist, bei denen die Krankheit selbst noch nicht ausgebrochen ist.

Das Affenpockenvirus ist normalerweise überwiegend in West- und Zentralafrika endemisch. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist nach Mitteilung des Northeimer Gesundheitsamtes vor allem bei engem Kontakt möglich, also durch Hautkontakt oder Kontakt mit Körperflüssigkeiten von infizierten Tieren oder Menschen. Aber auch auf Textilien können sich die Viren recht lange halten, sodass ein gemeinsamer Gebrauch von Textilien zum Beispiel von Handtüchern, oder Schlafen in einem Bett zu Übertragungen führen kann. Die derzeit in Europa und auch in Deutschland nachgewiesene westafrikanische Variante des Virus führt in der Regel nur zu einem relativ leichten Krankheitsverlauf, allerdings können unter Umständen auch schwerere Komplikationen auftreten.

Obwohl „Corona“ und „Affenpocken“ sich in vielfacher Hinsicht unterscheiden, so betont das Gesundheitsamt, dass die durch die Coronapandemie bekannten Hygienemaßnahmen wie Hautkontakt vermeiden und Maske tragen auch sehr gut gegen eine Übertragung von Affenpocken wirken.

Bei einer Infektion wird von einer Zeit von sieben bis 21 Tagen zwischen Kontakt und Ausbruch der Krankheit ausgegangen. Zu den ersten Symptomen gehören Fieber, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen, Rückenschmerzen und geschwollene Lymphknoten. Kurz darauf entwickeln sich kleinere Hautveränderungen und Wunden an der Mundschleimhaut des Patienten. Im weiteren Verlauf der Krankheit kommt es zu weiteren Hautveränderungen, die sich von fleckigen Rötungen zu Knötchen, Bläschen und Krusten entwickeln.

Das Gesundheitsamt weist darauf hin, dass sich beim Verdacht auf Erkrankung an Affenpocken grundsätzlich zunächst telefonisch an die eigene Hausarztpraxis gewendet werden sollte.

Über die E-Mail-Adresse gesundheitsdienste@landkreis-northeim.de sowie über die zentralen Telefonnummern der Gesundheitsdienste des Landkreises 0 55 51/708-560, -570 oder -580 können Beratungen im Hause vermittelt werden.

Dies gelte insbesondere für Personen, die Kontakt mit einer erkrankten Person hatten. Diese Beratungen können auf Wunsch auch anonym geführt werden.   (ows)

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