2,5 Prozent der Fahrzeug im Landkreis Northeim haben einen Elektromotor

Nachfrage nach E-Autos nimmt zu

Ein Mann steckt ein Ladekabel in den Anschluss eines E-Autos.
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Die Zahl der Elektrofahrzeuge steigt. Noch sind sie aber nur eine kleine Minderheit im Straßenbild des Lndkreises Northeim.

Elektrofahrzeuge boomen, sind aber weiterhin nur eine kleine Minderheit im Straßenbild des Landkreises Northeim. Das geht aus einer Statistik hervor, die das Straßenverkehrsamt des Landkreises auf Anfrage vorgelegt hat.

Landkreis Northeim – So hat sich die Zahl der Fahrzeuge, die ganz oder teilweise mit einem Elektromotor angetrieben werden, seit Ende 2017 bis jetzt nahezu verdreifacht. Reine Elektroautos, Hybridfahrzeuge und Plug-in-Hybrid machen zusammen aber laut Verkehrsamt (Stand 20. August) nur 2,5 Prozent aller zugelassenen Fahrzeuge aus. Vor dreieinhalb Jahren war es nur ein Prozent.

Dabei fällt beim Blick auf die Zulassungsstatistik auf, dass vor allem in diesem und im vergangenen Jahr die Nachfrage nach E-Autos stark zugenommen hat. Kamen in den Jahren 2018 und 2919 nur 222 und 139 dieser Fahrzeuge dazu, waren 2020 schon 807 und im laufenden Jahr bereits 879.

Ein Grund dürfte die gestiegene staatliche Förderung sein. Für den Kauf eines reinen E-Autos gibt es seit Juli 2020 bis zu 6000 Euro dazu, für Plug-in-Hybrid-Autos bis zu 4500 Euro.

Unter den Autos, die einen Elektromotor haben, sind die sogenannten Mildhybrid-Fahrzeuge am beliebtesten. Bei ihnen wird der Benzin- oder Dieselmotor nur von einem Elektromotor unterstützt. Der Strom dafür wird durch sogenannten Rekuperation gewonnen. Bei Bergabfahrten und wenn der Fahrer nur leicht abbremst, wird Energie gewonnen und der Akku geladen.

Reine E-Autos sind im Landkreis 743 zugelassen. Plug-in-Hybride, die dank der Möglichkeit, über ein Kabel aus dem Stromnetz aufgeladen zu werden, auch rund 50 Kilometer rein elektrisch gefahren werden können, stehen 552 in der Zulassungsliste des Landkreises. Zum Vergleich: Insgesamt sind 129 046 Kraftfahrzeuge (Lastwagen, Autos, Wohnmobile, Motorräder und Traktoren) zugelassen, darunter 78 676 mit einem Benzin- und 47 165 mit einem Dieselmotor.

Damit entfällt fast auf jeden Einwohner (vom Säugling bis zum Greis) ein motorgetriebenes Fortbewegungsmittel. Laut des niedersächsischen Landesamtes für Statistik leben im Landkreis Northeim aktuell 131 700 Menschen. Die Gesamtzahl der Fahrzeuge steigt – trotz einer abnehmenden Bevölkerungszahl – im Landkreis von Jahr zu Jahr kontinuierlich, seit Ende 2017 um 15,3 Prozent. 111 879 Fahrzeuge waren damals angemeldet.

Die Stadtwerke Northeim (SWN) registrieren an ihren acht Normalladesäulen (mit je zwei Ladepunkten) monatlich 150 Ladevorgänge.

Dabei dauere nach den Worten des SWN-Sprechers Lars von Minden ein Ladevorgang durchschnittlich eine Stunde. Die Strommenge beträgt durchschnittlich 14 kWh. Die Ladesäulen werden fast ausschließlich tagsüber genutzt. „Ladevorgänge nachts sind eher selten“, sagte von Minden. Die Hälfte der Nutzer seien SWN-Kunden mit SWN-Ladekarte.

Bei den Stadtwerken Einbeck und den Stadtwerken Leine-Solling laden E-Autobesitzer ihre Fahrzeuge überwiegend vormittags. Die vier Ladepunkte in Moringen und die 16 in Einbeck werden nach den Worten des Geschäftsführers Bernd Cranen zu 90 Prozent von Auswärtigen, Pendlern und Gästen genutzt. Monatlich 800 Ladevorgänge registrieren die beiden Stadtwerke zusammen.

Die Stadtwerke Uslar haben zwar auch einen erheblichen Anstieg der kWh-Menge festgestellt, betreiben aber nach eigenen Angaben keine Erfassung der Anzahl und der Dauer der Ladevorgänge.

Die EAM hat an den fünf Ladesäulen im Kreisgebiet bis zum 25. August 533 Ladevorgänge gezählt. 17,4 kWh seien damit durchschnittlich geladen worden. Die Nutzungszeit der Ladesäulen variiere sehr stark – von einigen Minuten bis zu mehren Stunden.

Alle Betreiber von Ladesäulen stellen fest, dass die Ladepunkte stärker genutzt werden.

Ladesäule auf dem Northeimer Brauerei-Parkplatz: SWN-Mitarbeiter Axel Jörn bei Service-Arbeiten.

So betrug die monatliche Zahl der Ladevorgängen an den 19 Ladesäulen der Harzenergie (davon zwei im Landkreis Northeim) im vergangenen Jahr 570, in diesem Jahr sind es nach Angaben des Regionalversorgers rund 800. Die durchschnittliche Ladedauer liegt bei 2,4 Stunden.

Die SWN planen zurzeit, keine weiteren Ladesäulen aufzustellen. Auch die Harzenergie hat keine Ausbaupläne im Landkreis Northeim.

Die Stadtwerke Einbeck möchten „bedarfsorientiert“ weitere Säulen aufstellen. Die EAM unterstützt nach eigenen Angaben die Städte und Gemeinden bei Beschaffung und Aufbau von Ladesäulen.

Die Stadt Uslar hat Förderanträge für zehn Ladepunkte eingereicht, so Stadtwerke-Geschäftsführer Martin Adolph, die dann auch in den Ortschaften aufgestellt werden sollen.

Bis auf die Stadtwerke Uslar sind alle angefragten Aufsteller von Ladesäulen an überregionale Abrechnungsplattformen angeschlossen. Dort sei das aber auch bereits geplant. Jüngst haben auch die SWN ihre Ladesäulen am Autohof, am Scharnhorstplatz, auf dem Brauerei-Parkplatz und bei Edeka-Schnabel ans Ladenetzwerk Intercharge angeschlossen. (Olaf Weiss)

Stromladen ist zuhause am günstigsten

Stromladen ist für E-Autofahrer zuhause günstig: Die Kilowattstunde (kWh) Strom kostet dort etwa 30 Cent. An Ladesäulen wird meist ein höherer Preis zwischen 40 und 50 Cent fällig. An Schnellladesäulen kann er bis zu 79 Cent betragen. Vor allem an innerstädtischen Ladesäulen kommt häufig eine Parkgebühr dazu, damit E-Autofahrer die Stellplätze nicht als kostenlose Dauerparkplätze nutzen. Die meisten E-Autos verbrauchen zwischen 15 und 20 kWh auf 100 Kilometer. ows

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