Berufsbildende Schulen II sind regionale Vorreiter im bundesweiten Projekt

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Recycling statt Abfalltonne: Kühlmittel für Bohr- und Fräsmaschinen landeten in der BBS II früher in der blauen Tonne, heute gibt es eine moderne Anlage zur Wiederverwendung (links daneben). Für ökologisches Handeln engagieren sich (von links) Christian Lichte, Dietmar Hilbrecht, Bernd Sperlich, Dr. Karl-Ernst Wegener, Leopold Bäcker, Andreas Geppert und Karoline Dick.

Northeim. Als erste Schule in Südniedersachsen beteiligen sich die Berufsbildenden Schulen II in Northeim am bundesweiten Modellprojekt Ökoprofit (Ökologisches Projekt für integrierte Umwelttechnik). Das ökologische Handeln der Schule zahlt sich bereits jetzt in barer Münze aus.

27.000 Euro jährlich spart die BBS gegenüber früher ein, sagten die Verantwortlichen bei der Vorstellung des Projekts. Ausschlaggebend dafür sind der Einsatz der Holzhackschnitzelheiz-Anlage, die Erneuerung der Beleuchtung, der Einsatz von „grüner“ Computertechnik, Recyclingverfahren bei Betriebsmitteln von Maschinen, der Einsatz von weichem Regenwasser bei der Bewässerung des Schulgartens und Umstrukturierungen bei der Abfallentsorgung und beim Putzmitteleinsatz.

Außerdem produziert die Schule zwischen 280 und 300 Tonnen jährlich weniger vom klimaschädlichen Treibhausgas Kohlendioxid. Zum Vergleich: Mit einem Einfamilien-Solarhaus kann jährlich rund eine Tonne des Treibhausgases vermieden werden.

Die BBS II Northeim übernehme in Südniedersachsen im Bereich der Bildungseinrichtungen die Vorreiterrolle im Projekt Ökoprofit, sagte Projektbetreuerin Karoline Dick von der Hannoverschen Niederlassung des betreuenden Münchner Unternehmens Arqum GmbH. Bei Ökoprofit gehe es nicht nur um eine ökologische Bestandaufnahme, sondern auch um konkrete Maßnahmen, um die Gesamtbilanz zu verbessern.

Die BBS II, die rund 1400 sowie knapp 100 Lehrkräfte und weitere Beschäftigte zählt, hat sich nach den Worten von Schulleiter Dr. Karl-Ernst Wegener für das 5000 Euro kostende Projekt entschieden, weil sie noch nicht genau weiß, wann die Runderneuerung des Hauptgebäudes und der Werkstätten erfolgen wird. Der Landkreis Northeim als Schulträger plant in den nächsten Jahren Investitionen in einer Größenordnung von 16 Millionen Euro, sagte Leopold Bäcker von der Kreisverwaltung.

Ein erstes Ausrufezeichen hatte die BBS II gemeinsam mit den benachbarten Schulen an der Sudheimer Straße 2005 mit dem Bau der Holzhackschnitzelanlage gesetzt. Das hat dazu geführt, dass die Schule heute ihren Bedarf zu 72 Prozent aus regenerativen Energien deckt.

Die zahlreichen Aktionen, an deren Weiterentwicklung das dazu gebildete Team unter Einschluss der Schüler weiter arbeiten wird, zahlen sich finanziell wie folgt aus: Die Holzhackschnitzelanlage spart jährlich 18.600 Euro, die neue Raumbeleuchtung 4000 und die neue Abfallstruktur 3600 Euro.

Gleichzeitig erhöhte die Schule den Arbeitsschutz, indem sie die Unterlagen über die verwendeten Stoffe, wie Öle in der KfZ-Ausbildung und die Putzmittel auf den aktuellen Stand brachte. Ein paar Klicks am PC im Falle eines Spritzers ins Auge und der Arzt weiß, mit welchem Stoff er es zu tun hat, und wie er dem Leidtragenden am besten helfen kann. (zhp)

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