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Ohne Maske in die Schule

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Von: Frank Schneider, Axel Gödecke, Niko Mönkemeyer, Rosemarie Gerhardy

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Coronavirus - Maskenpflicht
Die Maskenpflicht ist jetzt auch in den Schulen aufgehoben. © Bernd Weißbrod

Mit dem Wiederbeginn des Unterrichts nach den Osterferien ist die Maskenpflicht in den Schulen gefallen. Die meisten Schulleiter sind nicht gerade glücklich darüber, wie eine Umfrage der HNA ergab.

Landkreis Northeim – Christoph Dönges vom Gymnasium Corvinianum Northeim hätte angesichts der noch hohen Infektionszahlen – im Corvi sind aktuell viele Schüler und auch drei von 90 Lehrern erkrankt – gern weiter eine Rechtsgrundlage zur Maskenpflicht gehabt oder zumindest von seinem Hausrecht Gebrauch machen wollen. Das sei jedoch nicht möglich. Man habe aber Schüler und Lehrer gebeten, doch bitte freiwillig weiter Maske im Unterricht zu tragen. Dönges: „Ich schätze, um die 90 Prozent halten sich auch daran.“ Draußen brauche es keine Beschränkungen mehr.

Auch Peter Beushausen, stellvertretender Leiter der BBS 1 mit Wirtschaftsgymnasium in Northeim sieht das Ende der Maskenpflicht aktuell noch eher skeptisch. Auch in seiner Schule gebe es viele erkrankte Schüler und auch zwei von 60 Lehrern, die Corona hätten. Auch er ist froh, dass die meisten Schüler und Lehrer der schulischen Empfehlung folgen, doch freiwillig weiter Masken im Unterricht zu tragen. Etwa 80 Prozent machten dies auch, allerdings sei die Akzeptanz wie in der Gesamtgesellschaft auch, etwas zurückgegangen.

Generell sei es ja eigentlich schön, wenn ein bestimmter Zwang oder eine Pflicht nach längerer Zeit entfällt, sagt Christopher Nickel, Leiter Sollingschule Uslar. Ob dieser Schritt zum jetzigen Zeitpunkt richtig war, werde sich zeigen. Freiwilliges Tragen der Maske wird laut Nickel jedoch von der Allgemeinheit sehr gut akzeptiert und auch nicht hinterfragt. „Darüber sind wir sehr froh und das finde ich auch wichtig. Ich selber trage noch eine Maske“. Zum Krankenstand an der Oberschule berichtet der Schulleiter, dass er in dieser Woche insgesamt tatsächlich deutlich geringer sei als vor den Ferien. Auch die bestätigten Coronameldungen fielen derzeit viel geringer aus als vor den Ferien. Es bleibe abzuwarten, wie sich dies die nächsten zwei Wochen gestaltet.  

In den Grundschulen durften die Masken schon zwei Wochen vor den Ferien abgenommen werden, berichtet Andrea Metz, Schulleiterin der Grundschule im Kirchtal in Langenholtensen. Dennoch habe man sich nach Absprache mit den Eltern bis zu den Osterferien weiterhin an das Maskentragen gehalten. Inzwischen würden im Unterricht am Platz rund 80 Prozent der Schüler die Maske abnehmen. Die Lehrer seien da deutlich zurückhaltender und würden noch sehr viel die Maske tragen. Beim Verlassen des Platzes würden die Kinder aber weiterhin Maske tragen.

Auf dem Pausenhof könne sich dann ohne ausgetobt werden. An der Grundschule Altes Amt in Echte tragen nur noch wenige Kinder eine Maske, berichtet Schulsekretärin Heike Bialaschewitz. Bis 2. Mai würde noch verpflichtend täglich weiter auf Corona getestet, aber viele Eltern hätten bereits signalisiert, dass sie auch darüber hinaus freiwillig die Kinder vor dem Schulbesuch testen wollen. Neu sei für die Erst- und Zweitklässler, dass sie nun wieder den gesamten Schulhof mit allen gemeinsam nutzen dürfen, berichtet Bialaschwitz.

Das Bild an der Löwenzahn-Grundschule in Moringen sei durchwachsen, betont Schulleiterin Barbara Ahlf-Dörnte. Man habe den Appell des Kultusministers Grant Hendrik Tonne ernst genommen, der aufgefordert hatte, trotz Aufhebung der Pflicht weiter Maske in der Schule zu tragen. Einige Lehrer und auch Schüler würden sich daran halten, so die Schulleiterin.

Die Lehrerinnen und Lehrer an der Schule am Sultmer in Northeim werden auch weiterhin im Unterricht Masken tragen. Das habe das Kollegium so entschieden, sagt Schulleiterin Corinna Kulp-Wahmke. „Und wir haben an die Eltern appelliert, dass auch die Kinder möglichst nach den Osterferien weiterhin in der Schule eine Maske tragen, obwohl sie das eigentlich nicht mehr müssten.“ Bereits vor den Ferien habe es an der Grundschule sowohl unter den Lehrern als auch unter den Schülern viele Corona-Infektionen gegeben, betont Kulp-Wahmke. Insofern sehe man das Wegfallen der Maskenpflicht zu diesem Zeitpunkt mit Sorge. „Leider kann die Schule in dieser Frage nicht von ihrem Hausrecht gebrauch machen und ein weiteres Tragen der Maske anordnen.

An der Northeimer Thomas-Mann-Schule hingegen begrüßt das Kollegium das Ende für die Maskenpflicht in der Schule.

„Allerdings haben wir zusammen mit der Schülervertretung vereinbart, dass sowohl Schüler als auch Lehrer in den ersten drei Tagen nach den Osterferien zunächst weiter die Masken tragen und erst ab der kommenden Woche darauf verzichten“, sagt Schulleiterin Anika Müller-Wüstefeld.

Die aktuelle Situation sei zwar noch mit vielen Unsicherheiten verbunden, aber es sei in Ordnung, dass man jetzt den Versuch starte, das Maskentragen langsam „auszuschleichen“. (Axel Gödecke, Frank Schneider, Niko Mönkemeyer, Rosemarie Gerhardy)

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