Ermittlungen der Polizei

Opfer war Mittäter: Banküberfall in Wieda gemeinsam geplant

Tatort: Das ist die Volksbank-Filiale im Südharz-Ort Wieda. Foto: privat/nh

Wieda. Der Bankräuber hatte seine Schusswaffe auf einen Kunden gerichtet und die Angestellten aufgefordert, Geld herauszugeben. Das war am 26. Februar in Wieda im Südharz. Wie sich jetzt herausstellte, war das bedrohte Opfer aber gar kein Kunde.

Der Banküberfall vom 26. Februar dieses Jahres auf eine Filiale der Volksbank Braunlage in Wieda im Südharz ist aufgeklärt. Das teilte die Polizeiinspektion Northeim-Osterode am Sonntag mit. Nach ihren Angaben hat ein 19-Jähriger aus Walkenried die Tat am Freitagmittag bei der Polizei in Bad Lauterberg gestanden.

Bei dem Raubüberfall hatte der Mann unter Vorhalt einer Schusswaffe mehrere Tausend Euro Bargeld erbeutet. Mit einer Kapuze über dem Kopf und einem dunklem Schal vor dem Gesicht hatte der Täter die Bankfiliale betreten und sofort seine Schusswaffe auf einen 29 Jahre alten Bankkunden gerichtet. Dabei hatte er die drei hinter dem Tresen stehenden Bankangestellten zur Herausgabe von Bargeld aufgefordert. Diese packten mehrere Tausend Euro in eine Plastiktüte, mit der der Unbekannte flüchtete.

Die Polizeiinspektion Northeim/Osterode hatte eine neunköpfige Ermittlungsgruppe unter dem Namen „Otto“ eingerichtet. Von Anfang an hätten die Ermittler nicht ausgeschlossen, dass das vermeintliche Opfer, der 29-Jährige Bankkunde, an der Ausführung der Tat beteiligt sein könnte, sagte ein Polizeisprecher.

Im Zuge der weiteren Ermittlungen habe sich sich dieser Verdacht erhärtet, so dass in Absprache mit der Staatsanwaltschaft Göttingen gegen den 29-Jährigen verdeckt ermittelt worden sei. Nachdem genug belastende Beweise gegen den vermeintlichen Kunden vorgelegen hätten, habe die Staatsanwaltschaft beim Haftrichter des Amtsgerichts Göttingen einen Untersuchungshaftbefehl gegen den 29-jährigen Walkenrieder erwirkt.

Auch sollten die Wohnung des 29-Jährigen und eines 19-jährigen Walkenrieders mit Beginn der kommenden Woche durchsucht werden. Der 19-Jährige war als möglicher Täter in den Fokus der Ermittler geraten.

Am Freitag ergriff der 19-jährige Beschuldigte jedoch selbst die Initiative und stellte sich auf der Dienststelle der Bad Lauterberger Polizei. Seinen Angaben zu Folge habe ihn sein schlechtes Gewissen zu diesem Schritt bewegt. In seiner Vernehmung legte der junge Mann ein umfangreiches Geständnis ab.

Haftbefehl gegen Mittäter

In weiteren Schritten wurde der Haftbefehl gegen den 29-jährigen Mittäter noch am selben Nachmittag vollstreckt. Er wurde in der Wohnung einer Freundin in Walkenried angetroffen und festgenommen. Der 29-Jährige macht nach Polizeiangaben zu den gegen ihn erhobenen Vorwürfen jedoch keine Angaben.

Der 29-Jährige wurde am Samstagvormittag dem Haftrichter beim Amtsgericht Göttingen vorgeführt. Dieser verkündete den bereits bestehenden Haftbefehl. Im Anschluss wurde der Walkenrieder in die Justiz-Vollzuganstalt nach Rosdorf gebracht.

Soft-Air-Waffe benutzt

Gegen den 19-Jährigen lagen nach Ablegen des umfangreichen Geständnisses laut Polizei keine Haftgründe vor. Er wurde in Absprache mit der Staatsanwaltschaft wieder auf freien Fuß gesetzt. Bei dem Raubüberfall benutzte der 19-Jährige seinen Angaben zu Folge eine echt aussehende Soft-Air-Waffe, die er nach der Tat weggeworfen habe. Die Waffe konnte bislang noch nicht aufgefunden werden. Die Ermittlungen dauern an.

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