Ortsrat Hevensen: Mehrheit gegen Hähnchenmast

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Sitzungsunterbrechung: Brigitte Halbauer legt ihre Argumente gegen den Bau des Hähnchenmaststall dar.

Hevensen. Absurd erschien vielen Zuhörern die Lage: Im Frühjahr hatte der Hardegser Stadtrat entschieden, sein Einvernehmen für eine Hähnchenmastanlage zu versagen.

Im Hevenser Ortsrat stellte Hardegsens Bürgermeister Michael Kaiser klar, dass die Stadt für die Bauvoranfrage jetzt ihre Zustimmung wohl geben müsse.

Der Unterschied: Für eine landwirtschaftliche Mastanlage gilt der Antrag; für einen gewerblichen Betrieb mit gleicher Tierzahl hat der Landwirt jetzt die Bauvoranfrage gestellt. Mit drei zu zwei STimmen sprach sich der Ortsrat dafür aus, auch für die gewerblich genannte Anlage einen solchen Konsens nicht herzustellen

Noch im April, nach der Ratsentscheidung dagegen, hatte Landwirt Arne Mennerich beteuert, dass es für ihn keine Option sei, den Stall als Gewerbebetrieb neu zu beantragen.

„Mich wundert jetzt dieser Sinneswandel“, betonte Gudrun Hühne-Osterloh aus dem Publikum in einer Sitzungsunterbrechung. 30 Zuhörer waren zu der Sitzung gekommen. Für die Häuser in der Nähe der Mastanlage sei unter anderem wegen der Belastung durch Keime mit einem Wertverlust von 20 Prozent zu rechnen.

Wenn der Hähnchenmaststall ins Gewerbegebiet komme, würden andere Unternehmen vielleicht nicht mehr dorthin ziehen, befürchtete Brigitte Halbauer von der Bürgerinitiative (BI) für Lebensqualität in Hevensen.

Mit dem Mastbetrieb komme nicht einmal eine feste Stelle, betonte ihre Mitstreiterin Hühne-Osterloh. Dem Tourismus steht laut Halbauer ein Maststall am Eingangstor der Stadt entgegen.

„Der Mann hat überall Rede und Antwort gestanden“, hob der Hevenser Ratsherr Thomas Spangenberg (FDP), für Investor Mennerich hervor.

Dieser stellte sich auch im Ortsrat dem Unmut. Er stellte klar, dass er den Antrag auf eine landwirtschaftliche Hähnchenmastanlage beim Landkreis nicht zurückgezogen habe. Weil die Stadt ihr Einvernehmen für die landwirtschaftliche Mastanlage verwehre, wolle er mit der Bauvoranfrage prüfen, wie sich die Stadt zu einer gewerblichen Anlage verhalte. „Das ist eine der schwersten Entscheidungen, die ich hier zu treffen habe“, beschrieb Ortsbürgermeister Küchenmann das Dilemma des Ortsrats.

Für eine Verlegung des Standorts weg vom Dorf sprachen viele. Allerdings müssten laut Ortsbürgermeister Gert Küchemann dann noch Eigentumsverhandlungen geführt werden. Die Option, den Bau des Maststalls aufzuschieben, zeichnete Hühne-Osterloh auf. Das Baugesetzbuch räume diese Möglichkeit ein, wenn eine Gemeinde beschlossen habe, für den betroffenen Bereich einen Flächennutzungsplan aufzustellen oder zu ändern. (zul)

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