Erneute Ablehnung

Ortsrat sauer wegen Area-3-Ausweisung südlich von Angerstein

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Raum für neues Gewerbegebiet: Hier rechts hinten im Bild soll das neue Gewerbegebiet „Area 3-Ost“ entstehen. Vorn ist der B3-Kreisel am Ortsrand von Bovenden, links das bestehende „Area 3-Gebiet“ zu sehen. Foto: Thomas Kopietz

Angerstein – Das mit Bovenden geplante interkommunale Gewerbegebiet „Area 3 - Ost“ südöstlich von Angerstein lehnte der Ortsrat Angerstein jetzt einmal mehr ab.

Bereits vorzwei Jahren hatte das Ortsgremium einstimmig gegen die Ausweisung dieser neuen Gewerbefläche gestimmt. Jetzt wurde der Ortsrat im Rahmen einer frühzeitigen Beteiligung angehört, nachdem der Verwaltungsausschuss die Aufstellung der nötigen Pläne beschlossen hat. Die Unterlagen liegen im Rathaus aus.

Mehrere Ortsratsmitglieder fanden deutliche Worte für ihren Zorn darüber, dass ihre Ablehnung keinerlei Wirkung gehabt habe. „Eine Sauerei“ nannte es Dr. Julian Haller. Sabine Kurre fand es „respektlos“ gegenüber dem Ortsrat. „Da können wir ja gleich nach Hause gehen, wenn in Nörten alles über unseren Köpfen hinweg beschlossen wird.“ Kurre kritisierte die Versiegelung von Ackerflächen und die Zerstörung des Landschaftsbildes.

Frank Laufer meinte: „Nutznießer des Gewerbegebiets ist Nörten. Deshalb wollen wir wenigstens Geld für eine Verkehrsberuhigung der Ortsdurchfahrt haben, ohne betteln zu müssen.“ Die anderen Ortsratsmitglieder stimmten den drei SPD-Mitgliedern zu.

Hauptamtsleiter der Fleckenverwaltung Alexander Schilling erläuterte die Vorteile des Gewerbegebiets und berichtete, dass sich Angersteiner Neubürger bei einem Empfang im Rathaus von der Rührigkeit ihrer neuen Heimat beeindruckt gezeigt hätten.

Sam Ledderhose, der Mitglied der Zweckverbandsversammlung ist und als Gemeinderatsherr im Ortsrat Rederecht hat, wies darauf hin, dass der Zweckverband jeden Gewerbeantrag ablehnen kann, wenn die Ansiedelung aus welchen Gründen auch immer nicht erwünscht sei.

Der Ortsrat erneuerte auf Antrag von Dr. Haller die Ablehnung von „Area 3 - Ost“ und forderte den Gemeinderat auf, den Zweckverband mit Bovenden aufzulösen. Es gab zwei Enthaltungen.

Angesichts der geringen Chancen auf Erfolg für diese Anträge, beschloss der Ortsrat einstimmig mehrere Empfehlungen, um die negativen Auswirkungen möglichst gering zu halten. Dabei geht es um eine Verringerung der Geschosshöhen, um ein neues Naturschutzgutachten sowie um ein Verkehrsgutachten und ein Verkehrskonzept.

Ortsbürgermeister Ralph Windwehe dazu: „Wir müssen durch verschiedene verkehrsberuhigende Maßnahmen, zum Beispiel Tempo 30, dafür sorgen, dass die Ortsdurchfahrt Angerstein für LKW so unattraktiv wird, dass wir den Schwerlastverkehr fernhalten können.“

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