Pastor Metje aus Ellierode im Interview: „Es gibt viele Baustellen“

Seit einem Monat im Amt: Pastor Horst Metje hat die neue Pastorenstelle für das Pfarramt der Kirchengemeinden Ellierode-Hettensen und Hevensen-Lutterhausen übernommen. Foto: Mönkemeyer

Ellierode. Zum 1. Dezember hat Pastor Horst Metje die neue Pastorenstelle für das Pfarramt der Kirchengemeinden Ellierode-Hettensen und Hevensen-Lutterhausen übernommen. Wir haben uns mit ihm über seine neue Aufgabe unterhalten.

Herr Metje, sind Sie schon in Ihrer neuen Gemeinde angekommen? 

Horst Metje: Nein, noch nicht. Ich bin ja gerade mal einen Monat hier. Wir haben zwar die Wohnung fertig eingerichtet, und meine Frau und ich fühlen uns im Pfarrhaus hier in Ellierode wohl. Aber bis wir in der Gemeinde richtig angekommen sind, wird wohl noch etwas Zeit vergehen. Wenn ich mit meiner Frau spazieren gehe, habe ich noch das Problem, dass mich zwar fast jeder kennt, aber ich nur wenige Menschen richtig einordnen kann, wenn ich ihnen begegne. Aber daran arbeite ich natürlich. In der Vorweihnachtszeit habe ich viele Weihnachtsfeiern im Gemeindegebiet besucht, um die Menschen kennenzulernen.

Gab es für Sie Überraschungen nach Ihrem Amtsantritt hier in Ellierode? 

Metje: Ich habe nicht damit gerechnet, dass es so viele Baustellen hier geben würde.

Inwiefern? 

Metje: Ich habe festgestellt, dass meine Amtsvorgänger in Ellierode und Hevensen, für deren Gemeinden ich ja jetzt allein zuständig bin, sehr unterschiedlich gearbeitet haben.

Können Sie Beispiele dafür nennen? 

Metje: In der Gemeinde Ellierode-Hettensen war der Kirchenvorstand zum Beispiel viel stärker in die Gestaltung der Gottesdienste eingebunden als das in Hevensen-Lutterhausen der Fall war. Auch im Bereich der Konfirmandenarbeit gab es ganz unterschiedliche Konzepte. Meine Aufgabe wird es nun sein, eine Mischung aus beiden bisherigen Modellen hinzubekommen und die bisherigen Gemeindeverwaltungen zusammenzuführen.

Wird es weiterhin zwei Gemeindebüros geben? 

Metje: Das ist zum Beispiel eine der wichtigen Fragen, die noch geklärt werden muss. Außerdem gibt es auch noch im wahrsten Sinne Wortes Baustellen, die bearbeitet werden müssen.

Sie sprechen die Orgel in Ellierode an? 

Metje: Zum Beispiel. In Ellierode steht die Finanzierung ja bereits, aber auch in Lutterhausen gibt es Handlungsbedarf. Ich habe vom Orgel-Revisor einen Anruf bekommen, in dem er mir mitgeteilt hat, dass es dort auch einen großen Schaden an der Kirchenorgel gibt. Weiterhin ist die Erneuerung der Zuwegung zur Wolbrechtshäuser Kapelle ein dringendes Thema.

An Ihrer neuen Wirkungsstätte sind Sie jetzt für insgesamt zehn Ortschaften zuständig. Ist das eine große Umstellung für Sie? 

Metje: Bislang habe ich sechs Dörfer betreut, wobei allerdings jedes eine eigene Predigtstelle hatte. Insofern ist der Aufwand ähnlich groß. Allerdings werde ich hier vermutlich pro Jahr erheblich mehr Kilometer fahren, da die Entfernungen größer sind.

Sie haben seit 1990 die Kirchengemeinde Scheden-Dankelshausen im Kirchenkreis Münden betreut und 2006 außerdem die Gemeinde Jühnde-Barlissen-Meensen übernommen. Warum haben Sie sich entschieden, noch einmal die Stelle zu wechseln? 

Metje: Es ist ja kein Geheimnis, dass es an meiner bisherigen Stelle Probleme bei der Zusammenarbeit mit einem der Kirchenvorstände gab. Das habe ich aber inzwischen abgehakt und freue mich jetzt auf meine neue Aufgabe hier im Kirchenkreis Leine-Solling.

Ihr Amtsvorgänger in der Gemeinde Ellierode-Hettensen, Pastor Dr. Claas Cordemann, hat vor einigen Jahren die Predigtreihe „Stolpersteine des Glaubens“ ins Leben gerufen. Wird diese Reihe fortgesetzt? 

Metje: Ja, die Reihe läuft auf Initiative des Kirchenvorstands auch in diesem Jahr weiter, und Dr. Cordemann wird den ersten Abend am Sonntag, 10. Januar, um 18 Uhr in der Kirche in Ellierode selbst gestalten. Sein Predigtthema lautet: Wäre eine Welt ohne Religion eine bessere Welt?

Pastor Horst Metje wurde 1958 in Goslar geboren. Sein Theologiestudium absolvierte er in Göttingen und Tübingen. 1987 erfolgte die Ordination zum Pastor der Landeskirche. Zunächst übernahm er die Pfarrstelle der Kirchengemeinden Hajen und Frenke im Landkreis Hameln. 1990 wechselte er auf die Pfarrstelle der Kirchengemeinde Scheden-Dankelshausen im Kirchenkreis Münden. Seit 2006 war er zusätzlich für die Trinitatisgemeinde Jühnde-Barlissen-Meensen zuständig. Zum 1. Dezember erfolgte der Wechsel nach Ellierode, wo er jetzt für die Gemeinden Ellierode-Hettensen und Hebensen-Lutterhausen zuständig ist. Er ist in zweiter Ehe verheiratet und hat vier erwachsene Kinder. 

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