Anonymen Vorwürfe

Personalrat von Kritik am Bürgermeister nicht überrascht

Northeim. Die in einem anonymen Brief geäußerte Kritik am Bertriebsklima im Northeimer Rathaus war jetzt auch Thema einer Sitzung des Personalrates der Stadt Northeim.

Der Personalrat ist vom Inhalt der Diskussion um Bürgermeister Hans-Erich Tannhäuser nicht überrascht, aber über die Art und Weise der Diskussion. Das sagte der Vorsitzende des Mitarbeiter-Gremiums, Darko Pfeiffer, der HNA auf Anfrage.

In einer Sitzung am Mittwoch hat sich der Personalrat nach Pfeiffers Worten nicht mit dem Inhalt des anonymen Schreibens auseinandergesetzt, in dem Tannhäuser Fehler im Umgang mit Mitarbeitern vorgeworfen werden. Thema sei aber die öffentliche Diskussion darüber gewesen.

Betriebsklima

Pfeiffer betonte, dass der Personalrat in der Vergangenheit mehrere Gespräche mit dem Bürgermeister über das Betriebsklima im Rathaus geführt habe. Für die Situation könne Tannhäuser aber nicht allein verantwortlich gemacht werden. Der 25-prozentige Stellenabbau im Rathaus, zu dem sich die Stadt im Rahmen des Zukunftsvertrags verpflichtet habe, sei vom Rat beschlossen worden. Die Folge sei eine erhebliche Arbeitsverdichtung für die Mitarbeiter, auf die der Personalrat mehrfach hingewiesen habe.

Deshalb wies es Pfeiffer auch zurück, dass anonyme Schreiben als versteckte Kritik am Personalrat zu sehen. Dieser habe vielfach die aus Mitarbeitersicht bestehenden Probleme benannt.

Aber der Personalrat könne keine Stellen schaffen oder Mitarbeiter einstellen. Das sei Sache von Politik und Verwaltungsspitze.

Gegen nichtöffentliche Sitzung 

FuL-Ratsherr Alfons Born hat sich unterdessen dagegen ausgesprochen, die anonymen Vorwürfe gegen Tannhäuser in einer nichtöffentlichen Ratssitzung zu behandeln: „Anonyme Schreiben gehören noch nicht einmal in die unterste Schublade, sondern gleich in den Papierkorb.“

Außerdem sei der Bürgermeister von den Bürgern direkt gewählt. Diese hätten deshalb ein Recht darauf, dass die von der CDU erhobenen Vorwürfe in einer öffentlichen Sitzung behandelt werden, damit Tannhäuser dabei öffentlich dazu Stellung nehmen könne.

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Rubriklistenbild: © Weiss/Archiv

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