Plattdeutsch-Club ist in mehreren Kindergärten und an Schulen aktiv

Einstudiert: Der Kinder des Kindergartens Hevensen trugen beim Netzwerktreffen Lieder vor, die sie mit Klaus Gehmlich (2. v.l.) vom Plattdeutschen Club Wolbrechtshausen einstudiert hatten. Foto: zsv

Wolbrechtshausen/Hevensen. „Plattdeutsch darf nicht untergehen“ war das Motto eines dreitägigen Netzwerktreffens auf dem Schulbauernhof in Hevensen, das der Plattdeutsch Club Wolbrechtshausen veranstaltete. Gäste bereicherten den Abend durch ihre Heimatsprachen und -mundarten. So wurden die Besucher auf Badisch, Baltisch, Französisch, Bayerisch und Spanisch begrüßt.

„Es ist schön, wenn der Club die Plattdeutsche Sprache weitergeben will“, lobte Landrat Michael Wickmann. Damit stelle er sich einer großen Aufgabe. Toll sei, dass der Club nicht nur im Zirkel zusammensitze, sondern in Kindergärten und Schulen gehe, um diese Sprache zu vermitteln.

Platt war untersagt

„Die Eltern haben immer platt gesnackt, wir durften es aber nicht“, erinnerte sich Hardegsens Bürgermeister Dieter Sjuts. „In der Schulzeit wurde uns Plattdeutsch abtrainiert und heute ist es wieder interessant“, bemerkte Nörtens Bürgermeisterin Astrid Klinkert-Kittel. „Als Rolf Gruschinki zu mir kam und sagte, wir feiern unseren Geburtstag, da war ich platt“, erinnerte sich Hevensens Ortsbürgermeister Gert Küchemann. Statt Grußworte zu sprechen, bereitete Wolbrechtshausens Ortsbürgermeister Werner Thiele parallel ein 85 Kilo schweres Wildschwein zu, das am Abend gereicht wurde. Gebhard Graf von Hardenberg hatte das spendiert.

Am laufenden Band wurden Gedichte und Lieder vorgetragen. So erzählte der Clubälteste Heinrich Rakebrandt (91) über „De Plattdütsche Hochtieet“, Hannelore Thiele-Swinke resümierte über „Dat Linnen“ und Christa Becker und Gudrun Stutz „gucket mol non Rechten“. Unter Leitung von Klaus Gehmlich trug der Kindergarten Hevensen Lieder auf Plattdeutsch vor.

„Wir wollen, dass die Plattdeutsche Sprache am Köcheln bleibt“, sagte Vereinschef Rolf Gruschinski. Deshalb unterstütze der Club Arbeitsgemeinschaften an den Grundschulen in Nörten und Angerstein und demnächst vielleicht auch in Moringen. (zsv)

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