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Polizei: Immer mehr Fälle häuslicher Gewalt

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Von: Kathrin Plikat

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Eine drohende, geballte Männerfaust vor einer zusammengekauerten Frau.
Die Fälle von häuslicher Gewalt sind im Landkreis Northeim im vergangenen Jahr erneut gestiegen. Bei dem Foto handelt es sich um eine gestellte Szene. © Foto: Maurizio Gambarin/dpa

Das zweite Jahr in Folge ist es 2021 im Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Northeim zu einem Anstieg der Fallzahlen bei häuslicher Gewalt gekommen. Das hat die Polizei am Freitag bei der Vorstellung der Kriminalitätsstatistik für das Jahr 2021 mitgeteilt.

Northeim – Mit 341 Delikten im vorigen Jahr wurde die höchste Anzahl an Fällen in den vergangenen zehn Jahren erreicht, so die Polizei. Im Vergleich zu 2020 mit 300 Fällen bedeute dies einen Anstieg um fast 14 Prozent.

Ob dieser Anstieg mit der Corona-Pandemie zusammenhängt, konnte die Polizei noch nicht sagen, das sei erst nach Ende der Pandemie und der Fallzahlen im Anschluss möglich. Der Leiter des Präventionsteams bei der Polizeiinspektion Northeim, Polizeihauptkommissar Dirk Schubert, betonte, dass die Bekämpfung der häuslichen Gewalt ein Schwerpunktthema der polizeilichen Arbeit bleibe. Allerdings könnten nur dann Erfolge erzielt werden, wenn auch die gesellschaftlichen Anstrengungen forciert würden. Als Beispiel nannte er einen Fall im vorigen Jahr, bei dem es bei einer Gewalttat zur versuchten Tötung des Opfers gekommen war. Durch die länderübergreifende Zusammenarbeit der Polizei habe die Polizei Brandenburg den 59-jährigen Tatverdächtigen festnehmen können (HNA berichtete).

Schubert: „Dieser Fall zeigt, dass eine frühzeitige Erkennung sowie erfolgreiche Präventionsarbeit der Polizei in Zusammenarbeit mit den Netzwerkpartnern unerlässlich ist, um Opfer zu schützen.“

Tötungsdelikt: Im Jahr 2021 beschäftigten weitere schwere Delikte die Polizeiinspektion, sodass neun Ermittlungsgruppe eingerichtet werden mussten, heißt es weiter. Darunter auch die Mordkommission zur Tötung einer Frau in einem Maisfeld nahe der Northeimer Kläranlage. Hier konnten die Ermittler einen Tatverdächtigen ermitteln und festnehmen, heißt es in der Kriminalitätsstatistik.

Cyberkriminalität: Im Bereich Cyberkriminalität sind die Straftaten im Jahr 2021 ebenfalls angestiegen, so die Polizei weiter. Dieser Anstieg sei mit einer erhöhten Anzahl von Delikten im Zusammenhang mit der Verbreitung von Kinder- und Jugendpornografie, Bedrohungen sowie Beleidigungen zu erklären. Zurückgegangen sei dagegen die Zahl der Betrugsdelikte im Internet: Waren es im Jahr 2020 noch 352 Fälle, sank die Zahl im Jahr 2021 auf 264 Fälle.

Enkeltricks: Dem Deliktfeld „Betrug“ zuzuordnen sind laut Polizei auch Straftaten zum Nachteil älterer Menschen. Insgesamt registrierte die Polizeiinspektion Northeim im vergangenen Jahr 143 Taten (2020: 471), wovon 28 Taten vollendet wurden, in 115 Fällen blieb es beim Betrugsversuch.´„Für unsere Präventionsarbeit bleibt dieses Deliktfeld trotzdem weiterhin herausfordernd. Dass derart viele Straftaten im Versuchsstadium stecken bleiben, gleichzeitig aber von einer hohen Dunkelziffer bei den nicht angezeigten Versuchen auszugehen ist, zeigt uns, dass unsere Präventionsmaßnahmen und Beratungsgespräche Wirkung zeigen“, so Dirk Schubert. (Kathrin Plikat)

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