Gut vorbereitet auf Omikron

Feuerwehr, Polizei und Helios-Klinik im Landkreis Northeim haben Notfallpläne

Polizist kontrolliert Auto in Northeimer Fußgängerzone.
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Sollte es coronabedingt bei der Polizei personell eng werden, dann werden Verkehrskontrollen reduziert. (Symbolfoto)

Sollte die Omikron-Variante von Covid-19 dafür sorgen, dass mehr Menschen erkranken oder als Kontaktperson in Quarantäne müssen, sehen sich Polizei, Feuerwehr und Krankenhaus trotzdem gut aufgestellt.

Feuerwehr immer einsatzbereit

Northeim – „Die Erhaltung der Einsatzbereitschaft sollte immer gegeben sein“, sagt Kreisbrandmeister Marko de Klein optimistisch, immerhin könne man auf 155 Feuerwehren im Landkreis zurückgreifen. Außerdem sei der Impfstatus bei den Feuerwehrkameraden bei fast 100 Prozent und alle seien schon seit zwei Jahren im Umgang mit den Corona-Maßnahmen geübt. Maskenpflicht, Dienst in festen Gruppen, Schnelltests bei Lehrgängen, seien längst Standard. „Ich glaube nicht, dass es zu einer Einschränkung der kritischen Infrastruktur kommen wird“, so de Klein und sollte es mal bei einer Feuerwehr zu größeren personellen Ausfällen kommen, würde ein Löschzug mehr angefordert.

Polizei ist vorbereitet

Auch bei der Polizei sei man bislang gut durch die Pandemie gekommen, betont Sprecher Daniel Ahrenbog von der Polizeiinspektion Northeim. Dies sei sicherlich dem umsichtigen Verhalten der Mitarbeiter, den Konzepten, aber auch der sehr hohen Impfquote von 95 Prozent geschuldet. Dies habe verhindert, dass es bislang nicht zu strukturellen Ausfällen gekommen sei.

Um den sogenannten „Worst Case“, also den schlimmsten Fall, zu verhindern, habe man seit Pandemiebeginn abhängig von der Infektionslage und in Abstimmung bereits zahlreiche Maßnahmen ergriffen. Dazu gehören unter anderem die Einrichtung einer Koordinierungsstelle Corona, der Wechsel zu festen Schichten in festen Teams, Testpflicht bei den Mitarbeitern, Besprechungen nur noch Online und konsequentes Tragen von FFP2-Masken. Sollte es trotz aller Vorbeugung zu erheblichen personellen Ausfällen kommen, habe die Polizei weitere Maßnahmen vorbereitet.

Sollte es insbesondere in den Einsatz- und Streifendiensten zu erheblichen Ausfällen bei der Polizeiinspektion Northeim kommen, seien zunächst vorübergehend Zwölf-Stunden--Dienste und Verstärkung aus dem Tagdienst denkbar, so Polizeisprecher Daniel Ahrenbog. Hierdurch können sich gegebenenfalls Verzögerungen bei der täglichen Bearbeitung von Strafanzeigen ergeben, jedoch werde auch hier nach Dringlichkeit bestimmter Maßnahmen priorisiert.

Zwingend erforderliche Maßnahmen erhielten Priorität. „Insbesondere sind dies natürlich Maßnahmen zur Abwehr von Gefahren für Leib oder Leben. Aber auch im Ermittlungsbereich werden beispielsweise Anfragen im Telekommunikationsbereich weiter sofort durchgeführt, da Provider-Daten zeitlich nur begrenzt vorgehalten werden“, erklärt Ahrenbog.

Die Zentrale Polizeidirektion Niedersachsen unterstütze die Polizeidirektion Göttingen, zu der auch die Polizeiinspektion (PI) Northeim gehört, bereits insbesondere bei den Demonstrationen im Corona-Kontext. Sollte es wider Erwarten zu einem massiven Ausfall in den Einsatz- und Streifendiensten kommen, könnten diese Kollegen auch hier aushelfen.

Die PI in Northeim sowie die Polizeikommissariate Bad Gandersheim, Einbeck und Uslar sind rund um die Uhr besetzt und versehen unter anderem Einsatz- und Streifendienst. Die Polizeistationen Bodenfelde, Dassel, Hardegsen, Kalefeld, Katlenburg, Kreiensen, Nörten-Hardenberg sind Dienststellen, die nur im Tagesdienst besetzt und grundsätzlich dem Ermittlungsdienst zugehörig sind. Im schlimmsten Fall könne es zu Umgliederungen und veränderten Zuständigkeiten kommen, die für die aber Bürger kaum merklich sein dürften.

Die Rund-um-die-Uhr-Betreuung werde aufrechterhalten, da diese absolute Priorität genieße, betont Ahrenbog. Präventionsveranstaltungen, aber gegebenenfalls auch Maßnahmen im Bereich der Verkehrsüberwachung würden im Ernstfall nicht mehr in der Intensität betrieben werden, wie dies im normalen Alltag der Fall sei, nennt er aber mögliche Einschränkungen.

Helios-Klinik hat Lage im Blick

Die Northeimer Helios-Klinik hat nach eigenen Angaben die Corona-Lage immer im Blick, um auch kurzfristig darauf zu reagieren.

Derzeit gebe es bei der Behandlung der Patienten noch keine Einschränkungen, betont Frank Mönter, Geschäftsführer der Helios Albert-Schweitzer-Klinik Northeim. „Wir beobachten die aktuellen Entwicklungen bezüglich der Omikron-Variante sehr genau und bereiten uns auf einen Anstieg von Patienten mit Covid-19-Erkrankung ebenso wie auf mögliche Personalausfälle vor. Um Kapazitäten zu schaffen beziehungsweise zu bündeln, verschieben wir planbare Operationen, sobald es notwendig wird“, so Mönter.

Man prüfe täglich das Operationsprogramm in Abhängigkeit der aktuellen Auslastung, insbesondere der Intensivstation. Zudem stehe man in engem Austausch mit den Krankenhäusern des Kliniknetzwerks Südniedersachsen/Nordhessen. Die regionalen Abstimmungsprozesse seien laut Mönter seit Monaten etabliert und ermöglichen es, konzertiert und schnell auf neue Entwicklungen zu reagieren. (Rosemarie Gerhardy)

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