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Harscher Protest gegen Blockade von neuen Bahnhaltepunkten im Kreis Northeim

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Von: Axel Gödecke

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Der ehemalige Bahnhof in Verliehausen im März 2019, nachdem im Uslarer Entwicklungsausschuss die Machbarkeitsstudie zum Haltepunkt vorgestellt wurde. Darin steht, dass ein Haltepunkt möglich ist. Archivfoto:: Frank Schneider
Der ehemalige Bahnhof in Verliehausen. © Frank Schneider

Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) und der Fahrgastverband Pro Bahn kritisieren die Haltung der Landesnahverkehrsgesellschaft, im Kreis keine neue Bahnhaltepunkte zulassen zu wollen.

Landkreis Northeim - Es geht um mehrere Bahnhaltepunkte in Südniedersachsen, die neu eingerichtet werden könnten, unter anderem in Verliehausen (Uslar) aber auch in Northeim (Innenstadt/Mühlentor).

Mit der ablehnenden Haltung der Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG) würden Chancen für die Region und die Verkehrswende vergeben, betont VCD-Landesvorsitzender Martin Mützel. Das Verhalten sei „symptomatisch für mangelnden Ehrgeiz beim Schienenverkehr”.

Die Behauptung, die Zeit für einen Halt fehle bei allen Stationen, sei nicht haltbar, so Mützel weiter. Aus Sicht des VCD sei der Haltepunkt Verliehausen sogar vordringlich. Der Halt in diesem Uslarer Stadtteil sei notwendig, um die Stadt mit dem Oberzentrum Göttingen zu verbinden. Auf der Linie Göttingen-Bodenfelde-Paderborn müssten die Züge in Bodenfelde und Adelebsen entgegenkommende Züge abwarten. Diese Ausweichbahnhöfe lägen so nah beieinander, dass es regelmäßig zu langen Standzeiten in Bodenfelde komme.

Martin Mützel
Martin Mützel, Verkehrsclub Deutschland, LandessvorsitzenderPro-Bahn-Sprecher © VCD

Mützel: „Wenn zwischen Bodenfelde und Adelebsen zusätzlich gehalten wird, verkürzen sich nur die Standzeiten.” Zudem werde die Strecke Göttingen-Bodenfelde immer noch auf längeren Abschnitten mit nur 60 km/h befahren, was nach Ansicht des VCD „nicht mehr zeitgemäß” sei. Weitere Fahrzeiteinsparungen seien daher mittelfristig problemlos möglich.

Auch die Bahnstrecken Northeim-Nordhausen (Südharzstrecke) und Kreiensen- Holzminden-Paderborn sind aus VCD-Sicht ausbaubedürftig. Mützel: „Dabei könnte man die Halte Northeim-Mühlentor und Naensen passend berücksichtigen.

Auch der Fahrgastverband Pro Bahn kritisiert die Haltung der Landesnahverkehrsgesellschaft harsch. „Der Wille der LNVG zur Verkehrswende im ländlichen Raum ist offenbar nur minimal vorhanden und bremst selbst kleinere Verbesserungen aus“, betont Sprecher Gerd Aschoff.

Gerd Aschoff
Gerd Aschoff, Pro-Bahn-Sprecher © Anna-Lena Stolte / nh

Extrem ärgerlich werde der Vorgang, wenn man bedenkt dass Uslar-Verliehausen zuletzt 2019 als realisierbar eingestuft worden sei und seitdem Bestandteil einer verbindlichen Finanzierungsvereinbarung des Landes und der Deutschen Bahn sei. Aschoff: „Für uns ist auch nicht nachvollziehbar, warum Niedersachsens Verkehrsminister Bernd Althusmann der in seinem Auftrag tätigen Nahverkehrsgesellschaft nicht längst die nötigen Anweisungen erteilt hat.“

Die Behauptung, dass ein Bahnhalt in Uslar-Verliehausen zu Fahrzeitproblemen zwischen Bodenfelde und Adelebsen führe, sei längst widerlegt, weil es nur die Wartezeit in Adelebsen auf entgegenkommende Züge verkürze. Aschoff: „Offenbar beabsichtige die LNVG, ihre Kapazitäten auf die Landeshauptstadt Hannover und den Norden des Landes auszurichten. Die Region Südniedersachsen dürfe sich das nicht gefallen lassen. (Axel Gödecke)

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