Abholzung wegen Höchstspannungsleitung  

Protestierer aus Heckenbeck wollen  Bäume schützen

+
Mit Blick auf die Trassenführung der 380-kV-Höchstspannungsleitung machen Siegfried Daniel, Alexander Bonk, Manuela Funck und Ricarda Polzin Front gegen die Abholzung von Wald auf dem Helleberg.

Bürger von Heckenbeck richten sich auf einen längeren Protest gegen die von Netzbetreiber Tennet geplanten Baumfällungsarbeiten auf dem Helleberg ein.

Mit dem Fällen der Bäume soll freie Bahn für die geplante 380-kV-Höchstspannungsleitung zwischen Wahle und Mecklar geschaffen werden.

Einen ersten Erfolg haben die Demonstranten vor dem Oberlandesgericht (OLG) Celle erzielt. Die Sprecherin der Demonstranten und der Bürgerinitiative Bürger pro Erdkabel Harzvorland, Ricarda Polzin, sagte, mit einer sogenannten „Zwischenverfügung“ hätten die Richter entschieden, dass Tennet die Fällarbeiten vorerst einstellen muss. Sie geht davon, dass die diese Entscheidung solange Bestand hat, bis das Oberlandesgerichts Celle in der Sache endgültig entschieden hat.

Aufgrund des inzwischen erfolgten Planfeststellungsbeschlusses hätte Netzbetreiber Tennet eigentlich mit den Fällarbeiten beginnen dürfen, was der Betreiber über eine sogenannte „Besitzeinweisung“ durch das niedersächsische Innenministerium auch durchsetzen wollten. Diesen Schritt wollte das OLG aber nicht mitgehen und stoppte die Besitzeinweisung mit der Zwischenverfügung.

Wann das OLG nun endgültig entscheidet, konnte Ricarda Polzin nicht sagen. Eine Auskunft beim OLG selbst dazu war gestern wegen einer Tagung nicht erhältlich. Ricarda Polzin hofft, dass die Entscheidung nicht mehr im Februar getroffen wird, um Zeit für die juristischen Auseinandersetzungen zu gewinnen. Vom 1. März an bis in den Herbst hinein müssen die Fällarbeiten dann wegen der Brut- und Setzzeiten erst einmal ruhen.

Mit Mahnwachen wollen die Aktivisten sicherstellen, dass die Tennet unterdessen keine Tatsachen schafft. Dazu haben sie auch Plattformen hoch in den Bäumen errichtet, die sie bei Bedarf besetzen wollen, ähnlich wie bei den Auseinandersetzungen um den geplanten Braunkohleabbau im Hambacher Forst. Es blieb aber friedlich. Polizei rückte zwischendurch an.

Unterstände hoch in den Baumwipfeln warten darauf, von Demonstranten besetzt zu werden.

Zudem läuft noch eine Rüge der beiden Waldbesitzer gegen den verloren gegangenen Prozess vor dem Bundesverwaltungsgericht in Leipzig gegen das Planfeststellungsverfahren. Über die Rüge, die keine aufschiebende Wirkung hat, hat das höchste Gericht aber noch nicht entschieden.

Mit ihr hoffen die Heckenbecker, das Planfeststellungsverfahren doch noch kippen zu können. Nach Auffassung der Bürgerinitiative hat die Tennet Alternativen nicht ausreichend geprüft. Außerdem wenden sie sich gegen den Bau eines 71 Meter hohen Masten auf dem Helleberg, mit dem in diesem Bereich die vorhandene 110-kV-Bahnstromleitung mit der Höchstspannungsleitung gebündelt werden soll. Zudem verweisen sie auf die Gefährdung von Vorkommen von Eidechsen und Haselmäusen durch den Stromleitungsbau.

Gegenüber dem NDR verwahrte sich Tennet-Sprecher Martin Groll gegen den Vorwurf, es seien nicht ausreichend Trassen geprüft worden. Er sagte, neun Varianten hätten zur Diskussion gestanden.  zhp

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.