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Tote im Maisfeld: Verhandlung wegen Totschlags erst 2023

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Von: Olaf Weiss

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In diesem Maisfeld nahe der Northeimer Kläranlage war die Leiche der Frau gefunden worden. Archivfoto: Olaf Weiss
In diesem Maisfeld nahe der Northeimer Kläranlage war die Leiche der Frau gefunden worden. © Olaf Weiss

Fast ein Jahr, nachdem in einem Maisfeld am Northeimer Stadtrand eine getötete Frau gefunden wurde, ist ein Beginn des Prozesses gegen den mutmaßlichen Täter noch nicht in Sicht.

Northeim – „Die Kammer beabsichtigt derzeit, das Verfahren in der ersten Hälfte des kommenden Jahres zu verhandeln“, sagte der Sprecher des Landgerichts Göttingen, Marc Eggert, auf Anfrage der HNA. Eine frühere Terminierung sei der Kammer aufgrund der Belastung auch durch vorrangig zu verhandelnde sogenannte Haftsachen nicht möglich. Dabei handelt es sich um Verhandlungen, bei denen sich die Angeklagten in Untersuchungshaft befinden. In diesen Fällen müsse der Prozess innerhalb von neun Monaten nach Festnahme beginnen, erläuterte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Göttingen, Andreas Buick.

Auf den Angeschuldigten im Fall der getöteten Northeimerin trifft das nicht zu. Der 58-Jährige ist seit 1981 Patient im Maßregelvollzugszentrum Niedersachsen in Moringen (MRVZN). Ein gutes halbes Jahr vor der Tat war er in eine Wohngruppe außerhalb des MRVZN verlegt worden. Nun ist er in einem gesicherten Bereich untergebracht (HNA berichtete).

Die Staatsanwaltschaft hatte ihn Ende März wegen Totschlags angeklagt. Sie legt ihm zur Last, am 25. September 2021 die 64-jährige Frau aus Northeim mit einem Messer getötet zu haben. Spaziergänger hatten den Leichnam der Frau in der Nähe der Northeimer Kläranlage entdeckt. Die Frau wies mehrere Messerstiche auf.

Ein Zeuge, der den 58-Jährigen kannte und am Tattag in der Nähe des Tatorts gesehen hatte, hatte damals den entscheidenden Hinweis gegeben, der zur Festnahme des Mannes führte.

Laut eines psychiatrischen Gutachtens war die Steuerungsfähigkeit des Angeschuldigten zur Tatzeit erheblich vermindert. Deshalb müsse von einer erheblich verminderten Schuldfähigkeit ausgegangen werden.

Der 58-Jährige ist wegen verschiedener Gewaltdelikte im Maßregelvollzug untergebracht. 1980 hatte er einer 22-jährigen Radfahrerin einen Messerstich in den Rücken versetzt. Einige Zeit später hatte er eine Frau vom Fahrrad gestoßen und durch zwei Messerstiche verletzt. Während eines 1986 gewährten Familienurlaubs hatte er eine weitere Radfahrerin vom Fahrrad gestoßen und sie mit einem Messer lebensgefährlich verletzt. Ferner fiel er 2004 wegen exhibitionistischer Handlungen auf. (Olaf Weiss)

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