Insgesamt 160 Polizisten im Einsatz

Nach Verbot: Razzia bei Hisbollah-Helfern in Northeim und Göttingen

Northeim/Berlin. Mehrere Wohnungen in Northeim, Uslar, Einbeck und Göttingen waren am Dienstagmorgen Teil einer Großrazzia: Dabei wurden Büros und Immobilien des Vereins „Waisenkinderprojekt Libanon“ (WKP) durchsucht.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) hatte den Unterstützerverein der libanesischen Miliz Hisbollah in Deutschland mit sofortiger Wirkung verboten.

Wie Ministeriums-Sprecherin Dr. Pamela Müller-Niese mitteilte, wurden in Niedersachsen insgesamt acht Objekte durchsucht, darunter auch die WKP-Geschäftstellen in Hannover und Göttingen. Bei letzterer habe es sich offenbar um eine als Büro genutzte Eigentumswohnung gehandelt, den Standort nannte die Sprecherin nicht. Gemäß der Verfügung des Innenministeriums wird neben dem Vereinsvermögen jedoch auch eine Wohnung in der Annastraße in Göttingen zu Gunsten des Bundes eingezogen. Von der gleichen Adresse aus war offenbar die Internetseite des Vereins im Jahr 2008 angemeldet worden.

Aktualisiert um 18.54 Uhr

Rund 160 Polizisten waren in Baden-Württemberg, Berlin, Bremen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz im Einsatz. Laut Müller-Niese hätten die Durchsuchungen von 6 Uhr bis mittags gedauert. Dabei hätten die Beamten in bundesweit 19 Objekten Bargeld, Computer samt Zubehör, 120 Kartons mit Akten sowie Propagandamaterial sichergestellt, das die Beziehungen des Vereins zur Hisbollah belegt hätte. Auf Konten wurden insgesamt 104.000 Euro beschlagnahmt. Zudem hätten die Polizisten 30 Kilo Münzgeld sichergestellt, das wohl über Spendendosen gesammelt worden sei. Festnahmen gab es nicht.

Mit den Zuwendungen habe das Waisenkinderprojekt die „auf die Vernichtung des Staates Israel gerichteten Ziele“ der Hisbollah-Miliz unterstützt und sich gegen den Gedanken der Völkerverständigung gerichtet, betonte das Ministerium. Dies sei nach Artikel 9 des Grundgesetzes ein Verbotsgrund. (fst/bsc/dpa)

Wie die Verstrickungen des Waisenkinderprojekts mit der Hisbollah im Einzelnen aussehen und mit welchen Tricks die Vereinsmitglieder an Spendengeld kommen wollten, lesen Sie in der gedruckten Mittwochsausgabe der HNA-Northeimer Neuesten Nachrichten.

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