Neues Verfahren für Deiderode

Restmüll in Südniedersachsen wird teurer

Die Müllabfuhr zieht schwarze Mülltonnen hinter sich her.
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Die Gebühren für den Restmüll steigen wohl auch im Landkreis Northeim.

Die Bürger in Südniedersachsen müssen sich auf höhere Restmüllgebühren einstellen. Der Grund sind steigende Kosten für die Verbrennung des Müllanteils, der nicht biologisch behandelt werden kann.

Northeim / Göttingen – In Südniedersachsen müssen sich die Bürger mittelfristig auf höhere Restmüllgebühren einstellen. Das sagte der Geschäftsführer des Abfallzweckverbandes Südniedersachsen, Markus Rybarczyk, im Gespräch mit der HNA. Der Grund seien steigende Kosten für die Verbrennung des Müllanteils, der nicht biologisch behandelt werden könne, die sogenannte „heizwertreiche Fraktion“.

Einen Teil der Mehrkosten für die Verbrennung, so Rybarczyk, soll durch die Umstellung des Vorbehandlungsverfahrens in der mechanisch-biologischen Abfallbehandlungsanlage (MBA) in Deiderode von Nass- auf Trockenvergärung aufgefangen werden. „Dann muss weniger in die Verbrennung“, betonte der Geschäftsführer.

Die Verbandsversammlung des Abfallzweckverbandes hält an ihrem Plan fest, die Anlage in Deiderode auf Trockenvergärung umzustellen. Das hat sie nach Rybarczyks Worten am Donnerstag einstimmig beschlossen. Vorausgegangen war die Vorstellung eines Gutachtens, in dem Behandlungsverfahren verglichen worden sind.

Das Thema solle nun noch in den jeweiligen Kommunalparlamenten beraten werden, ehe in einer Gesellschafterversammlung am 4. Mai der Beschluss über die Investition gefällt werden soll. Dann könne ausgeschrieben werden, so Rybarczyk.

Kritik der Fraktionen Die Linke im Göttinger Stadtrat, im Göttinger Kreistag sowie von der Gruppe Die Linke/Northeim 21 im Northeimer Kreistag sowohl an den grundsätzlichen Plänen als auch am Gutachten, bezeichnete Rybarczyk als Nebelgranaten. Sie fürchten einen Anstieg der Müllgebühren infolge der Technikumstellung. Außerdem kritisierten sie das Gutachten als zu eng gefasst.

Die Fragen, die der Landkreis Northeim im Sommer vergangenen Jahres aufgeworfen habe, nachdem eine erste Ausschreibung ergeben hatte, dass die Verfahrensumstellung mit 21 Millionen Euro deutlich teurer würde als geplant, sind nach Ansicht der Linken-Fraktionen und Northeim 21 nicht geklärt worden. Einen umfassenden Verfahrensvergleich habe es nicht gegeben.

Region produziert 91 000 Tonnen Müll im Jahr

In der MBA in Deiderode wird der Restmüll aus den Landkreisen Göttingen und Northeim sowie der Stadt Göttingen vorbehandelt, im Jahr rund 91 000 Tonnen. Der Teil, der nach dem mechanischen Herausfiltern von Wertstoffen wie Metall nicht biologisch behandelt, also vergärt werden kann, geht in Verbrennungsanlagen.

Bei dieser heizwertreichen Fraktion handelt es sich vor allem um Holz, Kunststoffe und Papier. Sie macht rund 60 Prozent der Müllmenge aus.

Zweckverband wünscht sich einfache Anlage

Die Northeimer Kreisverwaltung widerspricht der Kritik der Linken-Fraktionen und Northeim 21 am Gutachten für die Technikumstellung der Abfallbehandlungsanlage in Deiderode. Die Fragen seien ausreichend beantwortet worden, hieß es auf Anfrage der HNA.

Auch der Geschäftsführer der Abfallzweckverbandes, Markus Rybarczyk, verteidigte das Gutachten. Die Verbandsmitglieder haben sich nach seinen Worten für eine einfache Verfahrenstechnik ausgesprochen. „Wir wollen nichts kompliziertes“, betonte er. Entsprechend sei das Gutachten beauftragt worden.

Eine deutliche Kostensenkung bei der geplanten Umstellung von Nass- auf Trockenvergärung hat das Gutachten nach seinen Worten allerdings nicht gebracht. Es gebe noch keine genaue neue Kalkulation, doch rechne er mit einem Ergebnis wie bei der Ausschreibung vor einem Jahr, sagte er. Das sei für ihn der Deckel.

Erste Kalkulationen waren zu Beginn der Planungen von nur sieben Millionen Euro ausgegangen. Später standen zeitweise 15 Millionen im Raum. Die Ausschreibung hatte 21 Millionen ergeben. Insider hatten aber auch schon 26 Millionen Euro genannt. (Olaf Weiss)

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