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Abschaltzeiten bei Windkraftanlagen sind einkalkuliert

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Von: Olaf Weiss

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Windkraftanlagen vor blauem Himmel.
Windkraftanlagen (Symbolbild) © Jens Büttner/dpa

Mögliche Abschaltzeiten sind kein Grund, den Bau einer Windkraftanlage nicht zu genehmigen. Darauf hat Landrätin Astrid Klinkert-Kittel (SPD) auf Anfrage der SPD- Kreistagsfraktion hingewiesen.

Northeim – Auch für mögliche Windkraftanlagen im geplanten Windvorranggebiet bei Hollenstedt sei mit Abschaltzeiten zu rechnen, heißt es in den schriftlichen Antworten der Landrätin auf Fragen der Sozialdemokraten. Bei den immissionsschutzrechtlichen Genehmigungen von Windrädern im Kreis Northeim seien in den vergangenen Jahren Abschaltzeiten festgelegt. So müssten die Rotoren zum Schutz von Vögeln beispielsweise still stehen, wenn Landwirte die darunter liegenden Äcker abernten oder den Boden bearbeiten.

Astrid Klinkert-Kittel (SPD)
Landrätin Astrid Klinkert-Kittel (SPD) © Roland Schrader

„Ob weitere permanente Abschaltzeiten erforderlich sind, wird im konkreten Einzelfall geprüft“, kündigte die Landrätin an. Für die festgelegten Stillstandszeiten erhalten die Anlagenbetreiber nach ihren Worten gemäß dem Erneuerbaren Energiengesetz (EEG) einen Aufschlag auf den Preis für den von den jeweiligen Windkraftanlagen erzeugten Strom.

In Bezug auf das geplante Vorranggebiet bei Hollenstadt teilt sie weiter mit, dass dieses Gebiet, was die Dichte der Brutplätze von Rotmilanen angeht, zwar mit dem gestrichenen Gebiet bei Hevensen vergleichbar sei, die Dichte der Schlafplätze dieses Greifvogels sei bei Hevensen aber deutlich höher. Dort nutzten seit den 1960er-Jahren von Juli bis Dezember bis zu 70 Rotmilane gleichzeitig Bäume und Leitungsmasten, um zu schlafen. Generell, so betont Klinkert-Kittel, wurde im Landkreis Northeim „nach einheitlichen Kriterien geplant und beurteilt“.

Auch das avifaunistische (vogelkundliche) Gutachten der Stadt Northeim habe nichts an der Beurteilung des Gebietes bei Hollenstedt geändert. Die Brutplätze der Rotmilane liegen nach Klinkert-Kittels Worten demnach zum Teil an Waldrändern, die dem Vorranggebiet abgewandt sind. Damit gebe es Maßnahmen zur Reduzierung des Tötungsrisikos für die Vögel, die im Genehmigungsverfahren festgelegt werden könnten. (Olaf Weiss)

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