Kindertagesstätten öffnen ab 22. Juni wieder

Kitas im Kreis Northeim bereiten sich auf Rückkehr der Kinder vor

Felix Leist am Eingang der Kinderkiste Hardegsen
+
Freut sich auf die Rückkehr der Kinder: Felix Leist, Leiter der Kinderkiste Hardegsen. Foto: hubert jelinek

Die Kindertagesstätten sind in Niedersachsen ab Montag wieder geöffnet.

Aufgrund der neuen Verordnungslage und des angepassten Rahmen-Hygieneplans des Landes Niedersachsen muss für jede Kita individuell ein Konzept erarbeitet werden. Deswegen, so Landkreissprecher Dirk Niemeyer, seien Eltern gut beraten, sich an ihre Kita oder deren Träger zu wenden, um zu erfahren, wie die Betreuung für ihr Kind unter Coronabedingungen aussieht.

Die Kinderkiste Hardegsen ist laut Leiter Felix Leist gut aufgestellt für die Rückkehr aller Kinder. „Derzeit sind wir dabei, den konkreten Bedarf bei den Eltern zu erfragen, denn nicht alle wollen ihre Kinder noch vor den Sommerferien wieder in die Kita schicken“, beschreibt er die aktuelle Situation.

Dass der Vollbetrieb – natürlich mit coronabedingten Einschränkungen – ab dem 22. Juni wieder möglich sein soll, hält Leist für richtig. „Wir haben in den vergangenen Wochen in der Notbetreuung deutlich gemerkt, dass es dafür einen großen Bedarf bei den Kindern gibt.“ Normalerweise werden in der Kinderkiste 15 Krippenkinder und insgesamt 43 Kindergartenkinder betreut, Letztere in zwei Gruppen zu 25 beziehungsweise 18 Kindern. Darüber hinaus gibt es einen Hort mit 25 Plätzen, der auch wieder den Betrieb aufnehmen soll.

Ganz normal wird der Alltag beim Neustart in der Kinderkiste allerdings nicht sein, denn um die Hygiene- und Abstandsregeln einhalten zu können, ist laut Leist zunächst die Rückkehr zu einem eigentlich veralteten Betreuungskonzept geplant, bei dem die Kinder wieder in geschlossenen Gruppen betreut werden. „Dafür müssen wir die Kinderkiste etwas umstrukturieren, weil bislang ja alles auf die gruppenübergreifende Betreuung ausgelegt war“, erklärt Leist. Angesichts des zur Verfügung stehenden Platzes und der Möglichkeit, separate Ein- und Ausgänge zu schaffen, sei dies aber kein großes Problem.

19 Kindertagesstätten betreibt der Kita-Verband Leine-Solling und ist vor die große Aufgabe gestellt, für jede Einrichtung mit Blick auf dort vorhandene Räume, ein eigenes Konzept zu erarbeiten. Wenn ab 22. Juni wieder alle Kinder die Kitas besuchen dürfen, dann muss es entsprechende Hygienepläne geben.

Das fange schon bei exakt getakteten Abhol- und Bringzeiten an, erklärt Marco Thormann, betriebswirtschaftlicher Leiter beim Kita-Verband Leine-Solling, und setze sich bei der Nutzung der Spielbereiche und der Mitarbeiter-Einteilung fort. „Wir streben die möglichst längste Betreuungszeit an, um die Eltern zu entlasten“, verspricht er, bittet aber auch um Verständnis, dass es zu eingeschränkten Zeiten kommen kann, auch wenn das Kita-Gesetz und der damit verbundene Betreuungsschlüssen aktuell noch ausgesetzt seien. Denn so sollen beispielsweise die Mitarbeiter nicht gruppenübergreifend arbeiten. Außerdem müssen Vertretungskräfte entsprechend vorhanden sein.

Die einzelnen Kita--Gruppen müssen deutlich voneinander getrennt werden. Deshalb werden die Sanitäranlagen den Gruppen entsprechend zugewiesen, die Außenanlagen und die Küche nicht mehr gemeinsam genutzt, nennt er einige Beispiele, was sich im Kita-Alltag ändern wird. „Wir werden versuchen, mit den Kindern viel an der frischen Luft zu sein“, erklärt er.

Abstandsgebote zwischen den Kindern gebe es hingegen nicht. Desinfektion der Spielgeräte und regelmäßiges Händewaschen werde in den Alltag eingebaut.

Thormann: „Alle müssen mitarbeiten, damit es funktioniert“. Die Eltern hätten bereits Informationen von ihrer Kita erhalten, was sich unter Coronabedingungen in ihrer Kita ändert und was berücksichtigt werden muss.

Aktuell seien rund 40 Prozent der Kinder in der Notbetreuung gewesen. Ab nächster Woche geht er davon aus, dass mindestens 90 Prozent wieder zurück in die Kita kommen.

Die städtischen Kindertagesstätten Northeims werden ab der kommenden Woche den eingeschränkten Regelbetrieb unter Beachtung bestimmter Kriterien wieder aufnehmen, informiert die Stadtverwaltung auf HNA-Anfrage.

Die Rückkehr der Kinder werde von den einzelnen Kita-Leitungen vorbereitet und mit den Eltern abgestimmt. Die Aufnahme erfolgt dabei wieder in den Gruppen, in denen die Kinder vor der Pandemie betreut wurden.

Die Rückkehr erfolgt gestaffelt, das heißt, ab dem 29. Juni werden dann wieder alle Kinder in den städtischen Kitas sein. Damit solle gerade den jüngeren Kindern der Wiedereinstieg etwas erleichtert werden. Damit nicht alle Eltern zeitgleich ihre Kinder bringen und abholen, werden die Abhol- und Bringzeiten etwas „gestreckt“.

Die Umsetzung des Rahmen-Hygieneplanes für die Kindertagesbetreuung mit Blick auf die Ausgabe und den Verzehr des Mittagessens in den Ganztagsgruppen werde derzeit geprüft. Es sei angedacht, in allen betroffenen Kitas versetzte Essenszeiten anzubieten, so die Stadt.

In der Gemeinde Kalefeld bereiten sich die drei Kitas in Düderode, Echte und Kalefeld ebenfalls auf die Rückkehr aller Kinder vor. Circa 200 Kinder werden hier betreut. Rund 40 Prozent waren bereits in der Notbetreuung, sagt Gemeindebürgermeister Jens Meyer. Jetzt werde geprüft, was unter den neuen Bedingungen vor Ort möglich sei. Die Eltern hätten sich immer sehr verständnisvoll gezeigt, so Meyer.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.