Bürger-Intiative hat sich gegründet

Rund um Bühle formiert sich  Widerstand gegen Windkraft 

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Voller Saal: Mehr als 250 Personen waren zu der Gründung der Bürgerinitiative gekommen.

Der Bau von Windkraftanlagen in der Nachbarschaft der Northeimer Ortschaft Bühle trifft auf breite Ablehnung.

Mehr als 250 Menschen vor allem aus Bühle, aber auch aus den Nachbarorten Bishausen und Sudheim drängelten sich am Donnerstagabend im Saal einer ehemaligen Gastwirtschaft in Bühle. Sie waren zusammengekommen, um eine Bürgerinitiative zu gründen.

Darüber, gemeinsam gegen die mutmaßlich insgesamt fünf Anlagen zu kämpfen, die westlich von Bühle entstehen sollen, waren sich die Anwesenden von vorneherein einig. So stand die Frage im Mittelpunkt des Abends, wie am wirkungsvollsten gegen den Bau der Windräder vorgegangen werden kann. Denn auf juristischem Wege sind die Möglichkeiten begrenzt.

Die bei der Zusammenkunft anwesenden Mitglieder des Northeimer Stadtrats, Berthold Ernst (SPD), Eckhard Ilsemann (FDP) und Malte Schober (CDU) empfahlen einerseits, Druck auf den Landkreis Northeim, der die Anlagen genehmigen müsse, aufzubauen. Durch individuelle Anfragen vieler Bürger zu den Anlagen müsse die Ablehnung durch die Bevölkerung deutlich werden.

Hier sollen die Windkraftanlagen entstehen: Die bean tragte Anlage ist im Bereich der unteren linken Bildecke geplant. Die weiteren Anlagen könnten links des Feldweges entstehen, der zum Gut Karlshof (links oben) führt. Rechts ist Bühle zu sehen, im Hintergrund Sudheim. 

Andererseits sei es notwendig durch die Dokumentation von Flügen beispielsweise des Rotmilans und des Schwarzstorchs, die beide nahe der geplanten Anlagenstandorte Horste haben sollen, deren Existenz nachzuweisen. Laut des avifaunistischen Gutachtens (Avifauna: Gesamtheit aller Vogelarten in einer Region) gibt es diese Vögel dort nicht (mehr). Sollte ihre Existenz nachgewiesen werden, könnte das den Bau der Anlagen verhindern.

Außerdem rieten die Lokalpolitiker den Windkraftgegnern, Druck auf den Northeimer Stadtrat, aber auch den Gemeinderat Nörten-Hardenberg auszuüben, dass diese den vom Landkreis Northeim vorgelegten Kooperationsvertrag über die Ausweisung von Windvorrangflächen ablehnen. Der Landkreis will im Rahmen der Neuaufstellung des Regionalen Raumordnungsprogramms das für die Gemeinden übernehmen.

Um die Ablehnung dieser Kooperationsvereinbarung, aber auch den Widerstand gegen die Genehmigung der ersten Windkraftanlage, die nach den Worten des Northeimer Ratsherren und ehemaligen Bühler Ortsbürgermeisters Burkhard Ernst (FUL) nur 950 Meter vom Ort entfernt entstehen soll, deutlich zu machen, wollen Windkraftgegner aus Bühle, Sudheim und Bishausen bei der Sitzungen der Bauausschüsse des Northeimer Stadtrates und des Gemeinderates Nörten-Hardenberg sowie beim Bauausschuss des Kreistags starke Präsenz zeigen. In den Sitzungen soll es um die Windkraft gehen. Der Northeimer Bauausschuss tagt am Dienstag, 21. Mai, ab 17 Uhr in der Northeimer Stadthalle. Der Nörtener kommt am Dienstag, 28. Mai, um 16 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus Wolbrechtshausen zusammen. Der Kreistagsausschuss tagt am Donnerstag, 23. Mai, ab 16 Uhr im Northeimer Kreishaus.

Außerdem bestimmte die Versammlung drei Sprecher aus den beteiligten drei Ortschaften. Es sind Burkhard Ernst (Bühle), Norbert Bethe (Sudheim) und Antje Gottwald (Bishausen).    

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