Alix Dudel gastiert in Hardegsen - eine Brünette, die lacht und auch mal auslacht

Schön, rasiert und stumm

Auf Tuchfühlung: Wenn es die Texte hergaben, mischte sich Alix Dudel gerne unters Publikum. Hier macht sie Ralf Tweer aus Nörten-Hardenberg an. Foto:  Eriksen

Hardegsen. Alix Dudel erzählt viel und gerne von Männern, mal angewidert, mal hingerissen. Zum Beispiel, wenn sie dienstags Schwimmen im Fernsehen sieht. Das sind die perfekten Männer: sie sind schön, sie sind rasiert, und sie reden nicht.

Wohl wetterbedingt verfolgten nicht mehr als 50 Besucher im Muthaussaal auf der Burg Hardeg dann gebannt der Darstellung des Dilemmas einer Frau zwischen Kinderwunsch und Bequemlichkeit: zu Geld gekommen, Kind muss her, Samenspende, Befruchtung im Reagensglas, von der Leihmutter ausgetragen, von der Pflegemutter aufgezogen.

Bühnenpräsenz

Anschließend die glückselige Vision eines von den üblichen Mutter-Kind-Problemen unbelasteten Zusammentreffens mit dem 20-jährigen Sohn in Venedig.

Nicht nur was, sondern wie Alix Dudel vorträgt, lässt einen Abend in ihrer Gesellschaft wie im Nu vergehen. Die schöne, dunkle Stimme wird sprechend und singend vielfältig moduliert, die hoch gewachsene Brünette lächelt, lacht und lacht aus und untermalt ihren Vortrag schauspielerisch gekonnt. Ganz gelegentlich war sie zu leise oder zu schnell, so dass man den Text nicht mitbekam.

Alix Dudel verfügt über eine ungeheure Bühnenpräsenz. Lässig nimmt sie im langen Abendkleid nicht nur das Podium in Besitz, sondern bewegt sich auch gerne im Zuschauerraum, wenn es die Texte von Friedhelm Kändler hergeben. Neben diesem Hauptlieferanten des Textmaterials bilden Songs von Hildegard Knef und Georg Kreisler ihr Programm „gestern war ich morgen schon“.

Uli Schmid, der etliche der Kändler-Texte vertont hat, ist ein hervorragender und aufmerksamer Begleiter am Piano. Mit Charme, Humor und guter Stimme beteiligt er sich auch gelegentlich gesanglich am Geschehen.

Als Gast trat Volker Thies auf. Er hat eine ausgebildete und schöne Tenor-Stimme. Am besten gefiel er, wenn er mit leiser Ironie, auch in der Stimme, und übertriebenen Gesten auftrat, so bei der zweiten Zugabe „Manchmal muss man so tun als ob“, wo die überreichten Geschenke spontan als Requisiten eingesetzt wurden. Übrigens: Alix Dudel ist kein Künstlername. Und die mehr als 50 Jahre sieht und merkt man ihr wahrlich nicht an. www.alixdudel.de

Von Annelise Eriksen

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