Schüler bringen Comics zum Jugend-KZ Moringen zu Papier

+
Sind mit Begeisterung dabei: Die Schüler der KGS Moringen finden nicht nur die Art und Weise, wie sie über das Konzentrationslager lernen, spannend, sondern bekommen auch viele Tipps zur zeichnerischen Umsetzung.

Moringen. Comics verbindet man im ersten Moment mit Spaß und Humor. Dass diese tiefgründig sein können und einen besonderen Bezug zur Geschichte des Jugend-Konzentrationslagers Moringen ermöglichen, zeigt der Comic-Workshop der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft aus Göttingen.

Es ist nicht immer leicht, junge Erwachsene für Geschichte zu begeistern. Bei den Jugendliche der Kooperativen Gesamtschule Moringen ist das anders. Sie stellen Gefühle und Probleme der früheren KZ-Häftlinge mit Stift und Papier in Comicform dar. „Über Comics reden ist wie über Musik. Jeder hat unterschiedliche Vorstellungen und Geschmäcker“, sagt Elke Steiner, Comiczeichnerin aus Berlin. Mit einem „Wow“ kommentiert sie die Werke der Jugendlichen.

Die Aufgaben, die die Schüler umsetzen müssen, sind alles andere als leicht. Eine der Vorlagen ist die Geschichte des Paul Pizolla, der von Duisburg nach Moringen deportiert wurde. Die Ankunft in Fesseln in Moringen stellten die Jugendlichen dar. „In den letzten zehn Jahren haben sich Comics zu ernsten Themen immer mehr durchgesetzt“, sagte Steiner. „Das war früher undenkbar.

„Wir finden das Projekt richtig super. Das ist Geschichte von hier. Von Menschen aus Moringen“, war von den Schülern ebenso zu hören wie „Als ich meiner Oma von dem Projekt erzählte, berichtete sie mir, wie sie selbst fast ins KZ gekommen wäre“. Dieser Punkt macht die Arbeit zwischen Steiner und der KZ-Gedenkstätte so interessant, berichtet Julia Braun von der Gedenkstätte. „Es gibt immer weniger Zeitzeugen. Mit den Comics haben wir eine neue pädagogische Art, das Thema aufzugreifen.“

Das Projekt der GEW in Kooperation mit der KZ-Gedenkstätte findet im Rahmen der ersten Northeimer Jugendbuchwoche statt. „Die Werke der Schüler werden am Sonntag, 11. November, ab 17.30 Uhr im Alten Rathaus in Göttingen präsentiert“, sagte Marion Zweckstetter vom GEW Kreisverband Göttingen. Im Anschluss können Interessierte die Bilder im Göttinger Goethe-Institut besichtigen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.