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Schulen im Landkreis Northeim kaum von Corona betroffen

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Von: Frank Schneider, Axel Gödecke, Niko Mönkemeyer, Rosemarie Gerhardy

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Hand hält einen Corona-Selbsttest, der ein negatives Ergebnis anzeigt
Tägliche Tests, aber auch eine gute Impfquote: Die Schulen im Landkreis Northeim wappnen sich gegen die Omikron-Variante. © Christoph Soeder/dpa

Die Coronazahlen steigen auch im Landkreis Northeim aufgrund der Omikron-Variante weiterhin an. Ist davon auch die Unterrichtsversorgung an den Schulen, in denen übrigens täglich getestet wird und in denen die Maskenpflicht auch während des Unterrichts gilt, betroffen?

Landkreis Northeim – Wir haben nachgefragt:

Christoph Dönges
Christoph Dönges; Schulleiter Gymnasium Corvinianum Northeim © Hans-Peter Niesen

Gymnasium Corvinianum Northeim: Von den über 1000 Schülern im Northeimer Gymnasium Corvinianum seien aktuell lediglich 31 an Corona erkrankt oder in Quarantäne, weil sie Kontaktperson waren. „Das sind nur rund drei Prozent,“ bilanziert Schulleiter Christoph Dönges und zeigt sich erleichtert, dass auch nur zwei von 90 Lehrkräften (davon seien 89 geboostert) in Quarantäne seien. All das spreche dafür, den Präsenzunterricht beizubehalten. Dönges: „Dafür bin ich dankbar, denn er ist für die Kinder und Jugendlichen extrem wichtig.“ Für die daheim befindlichen Schüler werde Distanzlernen angeboten mit Aufgaben, die online abzuarbeiten seien. Teils könne Unterricht auch per Video verfolgt werden.

Anika Müller-Wüstefeld
Anika Müller-Wüstefeld, Schulleiterin Thomas-Mann Schule Northeim © Privat

Thomas-Mann-Schule Northeim: Hinsichtlich der Unterrichtsversorgung gibt es laut Schulleiterin Anika Müller-Wüstefeld keine Probleme. „Da gab es bislang keine Auswirkungen durch Omikron“, sagt sie und betont, dass das Kollegium zu hundert Prozent geimpft ist. Bei den Schülern ist allerdings spürbar, dass die neue Corona-Variante ansteckender sei. Seit Januar mussten von insgesamt 270 Kindern 15 in Quarantäne.

Corinna Kulp-Wahmke
Corinna Kulp-Wahmke, Schulleiterin Schule am Sultmer © Hans-Peter Niesen

Schule am Sultmer Northeim: Hier liegt die Zahl der Kinder, die sich in Quarantäne befinden, im einstelligen Bereich, berichtet Schulleiterin Corinna Kulp-Wahmke. Unter den Kolleginnen und Kollegen habe es bislang keine coronabedingten Ausfälle gegeben. „Die Impfrate im Kollegium beträgt hundert Prozent“, betont sie.

Markus Hohmeister
Markus Hohmeister, Schulleiter KGS Moringen und Nörten © Julia Schwekendiek

Kooperative Gesamtschule Moringen mit Nebenstelle Nörten-Hardenberg: Laut Schulleiter Markus Hohmeister seien bislang nur fünf Lehrer von einer Corona-Infektion betroffen gewesen. Bei den Schülern würden die Zahlen aktuell steigen, aber immer sehr verstreut in den Klassen. So sei alles in allem bislang der große Peak ausgeblieben. Bis dato sei alles nicht so dramatisch, wie man es aus anderen Landkreisen zum Teil hören würde. Hohmeister hofft, dass die Situation sich nicht verschlechtert.

Christopher Nickel
Christopher Nickel, Schulleiter Sollingschule Uslar © Frank Schneider

Sollingschule Uslar: An der Sollingschule gibt es aktuell zwei an Corona erkrankte Schüler. Wie Schulleiter Christopher Nickel berichtet, hatte die Oberschule seit September insgesamt zehn Corona-Fälle unter den Schülern. In der Lehrerschaft gab es vor Beginn des Schuljahres nur einen einzigen positiven Fall im Januar. Bei der Unterrichtsversorgung durch die Lehrkräfte habe Corona bisher für keine Einschnitte gesorgt, mehr könne und dürfe er nicht sagen. Allgemein habe man sich an der Sollingschule an Corona gewöhnt, „auch wenn es nicht schön ist“, so Nickel. Er bedauert vor allem, dass im Hinblick auf „Öffnung von Schule“ mit externen Partnern, außerschulischen Lernorten und Projektwochen derzeit quasi nichts möglich sei. Zudem sei leider auch „kaum Luft für die Umsetzung unserer Ideen in der Schulentwicklung, also Dinge rund um Schule, die extrem wirksam sind und uns viel Freude machen“. Auch Elternarbeit und die Präsentation der Schule sei schwieriger durch die ganzen Auflagen. Der tägliche Ansporn an der Sollingschule in Uslar bestehe darin, „den Kindern ein Stück Kontinuität und Halt zu geben, den es seit längerer Zeit in vielen Lebensbereichen bedauerlicherweise nicht mehr gibt.“

Dietmar Wagener
Dietmar Wagener, Schulleiter Gymnasium Uslar © Gudrun Porath

Gymnasium Uslar: „Die Lage am Gymnasium ist gut, die Zahl der Infizierten respektive der Kontaktpersonen überschaubar. Es gibt wenige Infizierte und auch nur einige Personen in Quarantäne, die Kontakte mit Infizierten hatten.“ Das berichtet Dietmar Wagener als Leiter des Gymnasiums Uslar und will bewusst keine konkreten Zahlen nennen. Wegen dieser guten Lage findet der Unterricht nach seinen Worten „fast vollumfänglich statt“.

Die Fehlzeiten seien im Vergleich zu früheren Jahren zum Beispiel bei Grippewellen sogar deutlich niedriger. Wagener führt das auf das Tragen der Mund-Nasen-Bedeckungen zurück und auf die positiven Auswirkungen der Hygienekonzepte.

Eine wichtige Rolle spielen laut Wagener die hohen Impfquoten der höheren Jahrgänge, die oft auch schon geboostert seien. Dazu kämen das lobenswert disziplinierte Verhalten der Schüler und das regelmäßige Lüften.

Durch die zuverlässige Versorgung mit Selbsttests durch das Land sowie das fünfmalige Testen pro Woche zu Hause können nach Angaben von Wagener „schnell mögliche Infektionen erkannt werden, sodass es in der Schule nicht zu Ansteckungen kommt“. Der Schulleiter lobt auch die Eltern, die verantwortlich mit möglichen Infektionen umgingen. Hinzu komme die eigenständige Information an Mitschüler über mögliche oder tatsächliche Infektionen, damit Kontaktpersonen sich isolieren. Wagener: „Schule darf diese Informationen ja nicht weitergeben, sondern nur von an der Schule greifenden Infektionsschutzmaßnahmen sprechen.“ 

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