Til Schweigers Flüchtlingsheim wird gemeinnützig

Leerstand: Die ehemalige Rommelkaserne am südlichen Stadtrand von Osterode. Hier soll die Flüchtlingsunterkunft entstehen, die Til Schweiger plant. Archivfoto:  Rampfel

Osterode. Til Schweiger sieht sich in seinen Plänen für eine Flüchtlingsunterkunft in Osterode durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge unterstützt.

Der Schauspieler postete auf seiner Facebook-Seite einen Brief von Bundesamt-Präsident Manfred Schmidt und kommentierte: „Danke!!!!!“. In dem Brief schreibt Schmidt: „Für Ihr Vorhaben wünsche ich Ihnen viel Erfolg.“

Der Schauspieler geht davon aus, dass es mit dem Projekt klappt. Er treffe nächste Woche Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD), um „noch ein paar Sachen zu klären“, sagte er dem Magazin Focus. „Die Trägerschaft muss gemeinnützig sein, wir wollen natürlich kein Geld verdienen.“

Schweiger hatte Anfang August angekündigt, eine Vorzeige-Flüchtlingsunterkunft einrichten zu wollen. Geplant ist, die ehemalige Rommel-Kaserne in Osterode für Asylsuchende umzubauen. Schmidt schreibt, es gebe schon beispielhafte Einrichtungen für Flüchtlinge und viel Engagement in der Bevölkerung. Zugleich lobt er das Engagement Schweigers, der als Prominenter der Bevölkerung zeige, dass er sich um Flüchtlinge kümmere. „Das ermuntert viele, sich in dem für sie möglichen Maße einzubringen.“

Der Bundesamtspräsident widersprach Medienberichten, nach denen er Schweigers Pläne kritisiert haben soll. Zugleich wies er darauf hin, „dass das Einrichten und Betreiben einer Flüchtlingsunterkunft in der Praxis vielleicht die ein oder andere Schwierigkeit mit sich bringt, die auf den ersten Blick nicht offensichtlich war“. Sicher hätten Schweiger und sein Team aber bereits Kontakte mit den Behörden und den Flüchtlings-Initiativen in der Region, um sein Vorhaben zu konkretisieren.

Schweiger betonte im Focus angesichts der Unterstützung seines Engagements für Flüchtlinge durch SPD-Chef Sigmar Gabriel seine parteipolitische Unabhängigkeit. Er sei zwar lange Jahre SPD-Mitglied gewesen, aber inzwischen aus der Partei ausgetreten. Gabriel habe seine Hilfe angeboten. „Darin sehe ich keine Instrumentalisierung“, sagte der Schauspieler.

Schweiger hatte im Juli auf seiner Facebook-Seite dazu aufgerufen, eine Spendenaktion des „Hamburger Abendblattes“ für Flüchtlinge zu unterstützen. Dafür erntete er Lob von seinen Fans, gepostet wurden aber auch viele ausfällige Kommentare. Auch für seine Pläne in Osterode erhielt er Wut-Postings und rassistische Kommentare.

Das deftige Vokabular, mit dem er sich auf seiner Facebook-Seite über Kritiker auslässt, rechtfertigte Schweiger mit den Worten: „So bin ich halt, ich bin emotional.“ Diese Häme sei unerträglich. (epd)

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