Wahlkreise für die Landtagswahl sind neu zugeschnitten

Dank Zuwachs aus den Nachbarkreisen: Landkreis Northeim behält zwei Wahlkreise

Grafik: Die Wahlkreiseinteilung im Landkreis Northeim
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Die Wahlkreiseinteilung im Landkreis Northeim

Der Landkreis Northeim wird auch künftig von mindestens zwei Abgeordneten im Niedersächsischen Landtag vertreten sein. Die beiden Wahlkreise Northeim und Einbeck bleiben erhalten.

Northeim – Sie sind bei der jetzt vom Landtag beschlossenen Änderung des Wahlgesetzes allerdings neu zugeschnitten worden und reichen nun beide über die Kreisgrenzen hinaus. Der Wahlkreis Einbeck erhält vom Wahlkreis Northeim Bodenfelde hinzu. Außerdem gehört künftig auch die Stadt Seesen (Landkreis Goslar) zum Wahlkreis der Bierstadt. Der Wahlkreis Northeim bekommt außerdem die Gemeinde Adelebsen (Landkreis Göttingen) als Ausgleich hinzu.

Landesweit waren Neuzuschnitte notwendig, weil im Bereich Lüneburg bisher zwei Wahlkreise über 25 Prozent mehr Wahlberechtigte haben als der Durchschnitt der Wahlkreise. Gleichzeitig hatten im Süden die Wahlkreise Einbeck und Seesen mehr als 25 Prozent weniger Wahlberechtigte als der Durchschnitt. Jede Wählerstimme muss laut Verfassung überall das gleiche Gewicht haben. Dies wiederum setzt in etwa gleich große Wahlkreise voraus. Nur Abweichungen bei der Zahl der Wahlberechtigten von höchstens 25 Prozent nach oben oder nach unten sind zulässig.

Die Lösung: Damit im Norden ein Wahlkreis hinzukommen kann, fällt im Süden einer weg: Der Wahlkreis Seesen wird aufgelöst.

Er war zu klein geworden, weil infolge der Fusion mit der Stadt Langelsheim die Wähler der einstigen Gemeinde Lutter am Barenberge nun dem Wahlkreis Goslar zugerechnet werden. Der restliche Wahlkreis Seesen wurde filetiert, so Uwe Schwarz (SPD), der das Direktmandat des Wahlkreises Einbeck innehat. Er hatte sich innerhalb seiner Fraktion Hannover vehement gegen die zuvor geplante Zerschlagung des Wahlkreises Einbeck stark gemacht.

Landtagsabgeordneter Uwe Schwarz (SPD)

Nach seinen Worten ist der Wahlkreis nun für längere Zeit gut geschnitten. Er geht aber davon aus, dass in der nächsten Legislaturperiode eine große Wahlkreisreform in den Angriff genommen wird.

Die nächste Landtagswahl findet am 9. Oktober nächsten Jahres statt. Der Landtag hat die Wahlkreisänderungen also erst auf den letzten Drücker beschlossen. Nach dem vom Landtag beschlossenen Neuzuschnitt der beiden Wahlkreise im Landkreis Northeim setzen sich die beiden wie folgt zusammen:

- Wahlkreis Northeim: Stadt Northeim, Stadt Moringen, Stadt Hardegsen, Gemeinde Katlenburg-Lindau, Gemeinde Nörten-Hardenberg, Gemeinde Kalefeld und Gemeinde Adelebsen (Landkreis Göttingen).

- Wahlkreis Einbeck: Stadt Einbeck, Stadt Dassel, Stadt Uslar, Stadt Bad Gandersheim, Gemeinde Bodenfelde und Stadt Seesen (Landkreis Goslar).

Stimmen zum neuen Wahlkreiszuschnitt:

„Dies ist für uns eine zufriedenstellende und für die Zukunft tragfähige Lösung“, urteilen die beiden stellvertretenden CDU-Kreisvorsitzenden David Artschwager (Bad Gandersheim) und Torsten Bauer (Uslar).

Torsten Bauer, stellvertretender CDU-Kreisvorsitzender

Sie kritisieren aber das Verfahren als zu wenig transparent. „Künftig sollten Verfahren zum Neuzuschnitt von Landtags- oder auch Bundestagswahlkreisen mindestens unter Beteiligung der politischen Vertreter und Parteien vor Ort vonstattengehen“, fordern sie.

Auch aus dem Kreishaus hätten sie mehr Kampfgeist für eine starke Vertretung des Landkreises in Hannover erwartet.

„Ich kann damit leben, was dabei herausgekommen ist“, sagt FDP-Landtagsabgeordneter und -Kreisvorsitzender Christian Grascha (Einbeck) zum Ergebnis der Wahlkreisneueinteilung. Dass der Landkreis weiterhin zwei Wahlkreise habe, sei gut.

Christian Grascha, FDP-Kreisvorsitzender

Er kritisiert aber, dass die große Koalition aus SPD und CDU vier Jahre lang bei diesem Thema nicht vorangekommen ist, weil beide Parteien vor allem auf die Sicherung ihrer eigenen Interessen, sprich Direktmandate, geschaut hätten. Am Ende habe es dann eine Notoperation gegeben, deren Resultat bei den beiden Kommunen, Seesen und Adelebsen, die dabei am Ende den beiden Wahlkreisen im Landkreis Northeim zugeschlagen wurden, für großen Frust gesorgt hätte.

Auch Grascha ist, wie sein SPD-Landtagskollege Uwe Schwarz (SPD) davon überzeugt, dass der neue Landtag sich mit einer großen Wahlkreisreform wird beschäftigen müssen. Dann, so betonte Grascha, müssten alle Wahlkreise im Land betrachtet werden. (Olaf Weiss)

Einbeck bekommt 17 200 Wähler hinzu

Durch den Neuzuschnitt erhöht sich die Zahl der Wahlberechtigten in den Wahlkreisen Northeim und Einbeck. Laut Innenministerium in Hannover hatte der Wahlkreis Northeim vorher 54.400 Wahlberechtigte. Nun sind es 57.000. Der Wahlkreis Einbeck wächst von 50.800 auf 68.000 Wahlberechtigte.

Die Durchschnittsgröße der 87 niedersächsischen Wahlkreise beträgt etwa 70.000 Wahlberechtigte. Damit sind Wahlkreise zwischen 52.000 und 87.000 Wahlberechtigten tolerierbar. (ows)

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