25 ältere Autofahrer gaben 2013 freiwillig den Führerschein ab

Senioren im Landkreis nur selten schuld an Unfällen

Northeim. Knapp 20 Prozent aller deutschen Autofahrer sind im Seniorenalter - und es werden immer mehr. Jüngere Autofahrer sorgen sich deshalb verstärkt um ihre Verkehrssicherheit, denn Studien zufolge steigt das Unfallrisiko ab 75 Jahren deutlich an.

Im Landkreis Northeim scheint diese Sorge derzeit noch unbegründet zu sein.

In den Jahren 2011 bis 2013 gab es pro Jahr etwa 4300 Unfälle, an denen Senioren über 64 Jahren zu 17 Prozent beteiligt waren. In nur zwölf Prozent der Fälle trugen sie die Schuld. Die Zahlen stagnieren.

Dennoch ist Autofahren bis ins hohe Alter ein Reizthema. Selbst Hochbetagte tun sich oft schwer, auf ihr Auto zu verzichten - besonders in ländlichen Regionen, wo der öffentliche Nahverkehr meist weniger gut ausgebaut ist als in Großstädten.

Laut Polizei werden die meisten Unfälle im Landkreis von Fahranfängern zwischen 18 und 24 Jahren verursacht. „Leichtsinn ist die Hauptunfallursache“, sagt Peter Schliep, Sachbearbeiter Verkehr bei der Polizei Northeim. Junge Menschen seien häufiger zu schnell oder mit Alkohol am Steuer unterwegs. Ältere Menschen würden dagegen häufiger beim Wenden, Abbiegen, Einparken oder Vorfahrtachten patzen.

Wenn Polizisten Zweifel an der Fahrtauglichkeit eines Unfallfahrers haben, können sie den Landkreis als Fahrerlaubnisbehörde darüber in Kenntnis setzen, der weitere Schritte einleiten kann. Das gelte für junge wie ältere Fahrer gleichermaßen, sagt Schliep.

„Das Alter allein ist kein Indiz für die Fahrtauglichkeit“, betont Dr. Renate Zunft, medizinische Beraterin beim TÜV Nord. Sie appelliert an die Vernunft. „Wer im Alter nur noch schlecht sehen kann oder körperlich eingeschränkt ist, sollte das Auto stehen lassen.“ Im Landkreis Northeim sind im vergangenen Jahr 25 Senioren diesem Ratschlag gefolgt und haben ihren Führerschein abgegeben. Diese Zahl wurde 2014 bereits im September erreicht. (jus)

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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