Geringes Interesse in Osterode und Göttingen an Einbeziehung in Hochzeits-Gutachten

Skepsis gegenüber Fusion

Northeim. Die Nachbarlandkreise Osterode und Göttingen bevorzugen statt Kreis-Fusionen Kooperationen zwischen Landkreisen. Das ergaben Anfragen der HNA bei den Landräten Bernhard Reuter (Osterode, SPD) und Reinhard Schermann (Göttingen, CDU). Auf das Angebot, in das Fusionsgutachten miteinbezogen zu werden, das die beiden fusionswilligen Landkreise Holzminden und Northeim in Auftrag geben wollen, reagierten beide zurückhaltend.

Man werde mit Northeim reden, sagte Reuter. Aber: „Wir gehen nicht mit Hurra-Geschrei in die Gespräche.“ Er verwies darauf, dass kleinere Kreise in einigen Bereichen im Vorteil seien. So seien bei ihnen die Pro-Kopf-Kosten in den wichtigen Ausgabenbereichen Soziales, Gesundheit und Jugend geringer als bei größeren Kreisen. Durch interkommunale Kooperationen ließen sich aber an anderen Stellen Kosten sparen.

Die angekündigte Übernahme von 75 Prozent der Kassenkredite durch das Land im Falle einer Fusion sollte bei den Überlegungen keine Rolle spielen. „In der Hochzeitsprämie sehe ich keinen Grund für eine Fusion“; sagte Reuter.

Nach seinen Worten werde Osterode aber möglicherweise zu einer Fusion gezwungen, wenn bei der geplanten so genannten Funktionalreform viele Aufgaben des Landes auf die Kreis übertragen werden sollten. „Dann sind kleine Landkreise überfordert.“

„Es gibt keinen Zusammenhang zwischen der Größe eines Kreises und dem wirtschaftlichen und finanziellen Erfolg“, begründetet Schermann seine Skepsis. „Wir wollen nicht durch Fusionen zum Armenhaus von Niedersachsen werden.“ Er befürchtet, dass Göttingen durch eine Fusion mit Northeim und Osterode eher heruntergezogen werde, als etwas zu gewinnen.

Zur Einbeziehung in das Gutachten wollte er sich nicht äußern, da es bisher kein offizielles Angebot aus Northeim gebe. (ows) ZUM TAGE

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