Rat will Entwicklungskonzept für 18-Millionen-Vorhaben verabschieden

So soll die Northeimer Innenstadt saniert werden

Die Northeimer Innenstadt: Die Stadtsanierung soll endlich anlaufen. Das Entwicklungskonzept nennt die Ziele und gibt Vorschläge für Umgestaltungen.
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Die Northeimer Innenstadt: Die Stadtsanierung soll endlich anlaufen. Das Entwicklungskonzept nennt die Ziele und gibt Vorschläge für Umgestaltungen.

Damit die Stadt Northeim die erhofften Zwei-Drittel-Zuschüsse von Land und Bund für ihre auf 18 Millionen Euro geschätzte Innenstadtsanierung bekommt, muss sie ihr Integriertes Entwicklungskonzept für die Innenstadt fortschreiben.

Northeim - Den Beschluss über das überarbeitete Konzept wird der Rat am Donnerstag, 10. Dezember, (Mehrzweckhalle Höckelheim, 17 Uhr) fassen. Wir stellen die Ziele und Vorschläge des Programms vor.

Das vom Bochumer Planungsbüro „Stadtguut“ entwickelte Konzept gliedert die Innenstadt in fünf Bereiche:

Der Wallring:

Gemeint sind Wallanlagen vor der Stadtmauer:

.  Die Freiflächen sollen durch mehr Nutzungsangebote erlebbarer werden. Dafür soll es einen städtebaulichen Wettbewerb geben.

.  Schaffung von Wohnmobilstellplätzen am Tourlaviller Wall mit entsprechender Infrastruktur.

.  Aufwertung und Neubau von multifunktionalen Spiel- und Freizeitflächen. Etablierung eines einheitlichen Gestaltungskonzeptes und einer abgestimmten Möblierung,

.  Sanierung oder Neubau der öffentlichen Toiletten in den Wallbereichen (barrierefrei).

Der Verbindungsring

Gemeint sind die Straßen entlang der Stadtmauer (Obere Straße, Mauerstraße, Untere Straße, Zwinger):

.  Entkernung und Neuordnung der Innenhöfe an Oberer Straße, Am Zwinger und Am Münster.

.  Sanierung der Straßen des Rings innerhalb der Stadtmauer, und zwar so, dass eine barriere- und konfliktfreie Begehung und Befahrung insbesondere für Menschen mit Beeinträchtigungen und Fahrräder möglich sind,

.  Sanierung der Stadtmauer eventuell auch Freilegung und Inszenierung derzeit nicht freigelegter Mauerteile, wie zum Beispiel der Bollwerke „Am Friedhof“ oder im „Adolf-Hueg-Wall“.

Der Kern des Handelns

Gemeint sind Breite Straße, Markt und City-Center:

.  Es soll für den Innenstadtkern drei städtebauliche Wettbewerbe geben:

Für den Bereich City Center/Stadthalle (Ziel: qualitätsvolle Gestaltung der Eingänge, Fassaden und innere Wegeverbindungen),

für die Gestaltung der Breiten Straße mit besserer Vernetzung zum City-Center und

für Bereich Markt und kleiner Markt (Ziel: Steigerung der Aufenthaltsqualität).

.  Sanierung und Umgestaltung Fußgängerzone (Breite Straße, Am Münster, Straße Am Markt, Markt und Kleiner Marktplatz) auf Basis der Wettbewerbsergebnisse. Dabei soll der Fokus auf unterschiedliche Nutzungsbereiche und einheitliche Gestaltung und Möblierung liegen.

.  Schaffung eines Zentren- und Leerstandsmanagements für Sonnenpassage und City-Center,

.  Entkernung und Neuordnung der Innenhöfe entlang Breiter Straße (südliche Seite) und Am Klostergarten.

.  Sanierung des Kopfsteinpflasters der Rathausgasse. Entwicklung einer Lösung für eine barrierefreie Begeh- und Befahrbarkeit.

.  Aufwertung des City-Centers (Aufwertung der Fassade, der Eingangsbereiche und der inneren Wegeführung). Prüfung einer Nutzung der Dachfläche für Photovoltaik.

.  Aufwertung des Spielplatzes am Klostergarten.

Achsen des Wandels

Gemeint sind die Straßen Mühlenstraße, Schaupenstiel, Am Münster und Bahnhofstraße:

.  Veranstaltung eines städtebaulichen Wettbewerbs für die Neugestaltung der Mühlenstraße.

.  Erwerb des Scheunen-Grundstücks Obere Straße 2, Abriss zur einfacheren Erschließung der Grundstücke mit Wohnnutzung (Schaupenstiel 17, 18).

.  Entkernung und Neuordnung der Innenhöfe an südlicher Seite Breite Straße-Ost.

.  Sanierung Bahnhofstraße, Mühlenstraße, Schaupenstiel und Lieferstraße (Ziel: Neugestaltung des Straßenraums und Inszenierung der historischen Stadteingänge).

Orte des Gemeinwohls

Gemeint sind Münsterplatz, Medenheimer Platz, Stadthalle und Bereich Sixti-Kirche/Theater der Nacht:

.  Umgestaltung des Münsterplatzes nach Vorschlägen des bereits erfolgten städtebaulichen Wettbewerbs (HNA berichtete).

.  Ausschreibung eines städtebaulichen Wettbewerbs für den Medenheimerplatz und Umgestaltung nach den Ergebnissen.

.  Erwerb Grundstück am Münster 33 (Ziel: Modernisierung des Ex-Herrenhauses als Erweiterung des Heimatmuseums. Schaffung von Magazinkapazitäten sowie Werkstatt- und Vortragsräumen.

.  Kauf des Konrektorenhauses, am Kirchplatz 8, (Ziel: Etablierung eines Freilichtmuseums und Orts für Veranstaltungen).

.  Bereich Kirchplatz/Sixti-Kirche/Theater der Nacht: Schaffung bzw. Sanierung von multifunktionalen Spiel- und Freizeitflächen.

.  St. Blasienkomplex: Sanierung der Bausubstanz im Hinblick auf Barrierefreiheit und Energieeffizienz. (Ziel: Mischnutzung mit Angeboten des Gemeinbedarfs),

.  Verbändehaus am Entenmarkt: Sanierung und Stärkung der Funktion als soziale Beratungsstelle in der Innenstadt. Umgestaltung des Freiraumes, der aktuell als Stellplatzfläche genutzt wird.

.  Alte Brauerei: Stärkung des Standortes als Jugendtreff. Außerdem Sanierung des benachbarten Wall-Gewölbes und Nutzung für Kulturveranstaltungen.

(von Axel Gödecke)

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