Sport und Kultur unter einem Dach

Northeimer Bürgermeister für Bau von Multifunktionshalle

Zwei Welten treffen aufeinander: Kritiker der geplanten Multifunktionshalle befürchten, dass die Qualität der dort stattfindenden Kulturveranstaltungen unter der unmittelbaren Nachbarschaft zu sportlichen Aktivitäten leiden könnte. Karikatur: Mönkemeyer

Northeim. Falls sich die Stadt Northeim dazu entschließt, gemeinsam mit dem Landkreis eine neue Multifunktionshalle zu bauen, könnte das im Rahmen einer so genannten Öffentlich-Privaten Partnerschaft (ÖPP) erfolgen.

Auf diese Möglichkeit hat Landrat Michael Wickmann jetzt nach einem Gespräch mit dem Northeimer Bürgermeister Hans-Erich Tannhäuser hingewiesen.

Die von Wickmann signalisierte Bereitschaft des Landkreises, den Bau einer neuen Sporthalle als Ersatz für die Northeimer Schuhwallhalle zu finanzieren, ist aus Sicht des Northeimer Bürgermeisters eine Chance für die künftige Entwicklung der Stadt. Wenn es gelänge, auch die Stadthalle durch den Bau einer kombinierten Sport- und Kulturhalle zu ersetzen, ergäben sich ganz neue Möglichkeiten für die Weiterentwicklung der Stadt. Die Überlegungen, auf dem alten Stadthallenstandort dann ein neues Rathaus zu errichten, hält Tannhäuser vor dem Hintergrund des im Jahr 2020 auslaufenden Mietvertrages für das Gebäude am Scharnhorstplatz für vernünftig.

Die Gefahr, dass das kulturelle Angebot in einer Multifunktionshalle unter dem Sportbetrieb leiden könnte, sieht Tannhäuser nicht. „Sicherlich werden wir bei der ästhetischen Gestaltung einige Kompromisse machen müssen, aber das neue Gebäude soll keinesfalls den Charakter einer typischen Mehrzweckhalle bekommen.“ Vorgesehen sei ein Anbau an die Sporthalle mit separatem Eingang und einer Bühne.

Die Umsetzung des Gesamtkonzeptes einschließlich Rathausneubau müsste die Stadt Northeim über Kredite finanzieren. Aufgrund des spätestens im Jahr 2021 endenden Zukunftsvertrages wäre das zwar problematisch aber nach Einschätzung von Landrat Michael Wickmann unter Umständen durchaus möglich.

Nach Einsicht der Unterlagen zum Haushalt der Stadt Northeim kommt Wickmann zu dem Schluss, dass der bis 2021 laufende Zukunftsvertrag vorzeitig enden könnte, da der Abbau der aufgelaufenen Fehlbeträge der Stadt Northeim voraussichtlich noch vor Ende der Frist beendet sei.

Vorausgesetzt, die Stadt erbringe den Nachweis, dass die geplante Gesamtinvestition den Haushaltsausgleich auch in den kommenden Jahren nicht gefährdet, hält Wickmann die Genehmigung von Krediten für möglich. Die dadurch entstehende Nettoneuverschuldung müsste allerdings bei künftigen Haushaltsgenehmigungen berücksichtigt werden - mit der Folge, dass die Stadt möglicherweise auf andere Investitionsvorhaben verzichten müsste.

Bezüglich der Multifunktionshalle betont Wickmann, dass er ein professionelles Hallenmangement für erforderlich hält, um die zu erwartenden Zuschussbeträge zu verringern.

Vorbehaltlich der noch zu treffenden Entscheidung durch den Kreistag zur anteiligen Mitfinanzierung der Halle sei die Realisierung nur möglich, wenn dem Landkreis Northeim während des Schulbetriebes - also auch an den Nachmittagen nach Einführung des Ganztagschulbetriebes - ein Erstzugriffsrecht eingeräumt werde.

Von Niko Mönkemeyer

Die Stellungnahmen der Ratsfraktionen finden Sie in der gedruckten HNA-Ausgabe am Freitag.

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