Sturmtief fegte 2007 mit Windgeschwindigkeit bis zu 225 km/h über Teile Europas hinweg

Spuren des Sturms Kyrill sind noch heute sichtbar

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Nach dem großen Sturm: Das Foto zeigt eine fast kahle Fläche im Solling nach Kyrill.

Northeim. Der Jahrhundertsturm fegte vor zehn Jahren über den Landkreis Northeim und richtete vor allem in den Wäldern erhebliche Schäden an.

Kyrill - dieser griechische Vorname klingt zunächst einmal nicht unsympathisch, doch er weckt bei vielen böse Erinnerungen. Kyrill war nämlich ein Sturmtief, das am 18. und 19. Januar 2007 mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 225 km/h über Teile Europas hinweg fegte und auch in weiten Teilen unserer Region Spuren der Verwüstung hinterließ.

47 Todesopfer forderte der Orkan, brachte zum Teil das öffentliche Leben zum Erliegen. Über eine Million Menschen waren zeitweilig ohne Strom. So gesehen ist der Landkreis Northeim damals noch relativ glimpflich davon gekommen. Hier gab es nämlich hauptsächliche Sach- und Naturschäden vor allem in den Wäldern.

Stadtförster Siegfried Arndt, zuständig für die Stadtforsten Moringen und Northeim, erinnert sich sehr gut an die damaligen Verwüstungen durch Kyrill. „Es war schon eine richtige Katastrophe, von der einige Spuren noch heute zu sehen sind“, sagt der Waldexperte. Allerdings nur für diejenigen, die genau hinschauen. Arndt spielt auf Aufforstungen und Naturverjüngungen an, also Flächen, die neu bepflanzt wurden oder sich mit Fichten und Lärchen selbst regeneriert haben.

In der Stadtforst Moringen mit 17 Forstgenossenschaften fegte Kyrill auf 2500 Hektar Fläche 16 000 Festmeter Holz um, die Hälfte der Jahreseinschlagsmenge. Laut Arndt war das Forstamt seinerzeit personell gut aufgestellt und hatte zwei Holzerntemaschinen des Typs Harvester vor Ort. „Damit hatten wir die Sturmschäden bis Ende Mai relativ zügig aufarbeiten können.“

Auch finanziell habe es damals kaum Einbußen gegeben, obwohl der Holzmarkt nach dem Sturm natürlich total übersättigt war. „Ich hatte das Glück, dass ich mit Holz verarbeitenden Unternehmen Vorverträge abgeschlossen hatte und die Bäume zu festgelegten Festpreisen verkaufen konnte.

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