Wegen hoher Beschaffungskosten

Stadtwerke Northeim erhöhen Preise für Gas und Strom

Das Foto zeigt einen Zähler für Erdgas
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Gaszähler (Symbolbild)

Die Stadtwerke Northeim (SWN) heben zum 1. Januar nächsten Jahres ihre Gas- und Strompreise an, und zwar beim Erdgas um durchschnittlich fünf Prozent und beim Strom um zwei Prozent.

Northeim - Das teilte SWN-Sprecher Lars von Minden mit. Man reagiere damit im Gasbereich auf die deutlich gestiegenen Beschaffungskosten am Markt sowie den vom Gesetzgeber festgelegten und planmäßig jährlich steigenden CO2-Preis.

Beim Strom seien besonders die gestiegenen Kosten im Energiebezug und gestiegene Netznutzungsgelte für die Überlandnetze ursächlich. Preisdämpfend in der Kalkulation habe sich hingegen die Senkung der Umlage nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG-Umlage) erwiesen. Im Vergleich zu anderen Unternehmen sei es den SWN aber gelungen, allzu große Preissteigerungen zu vermeiden, so von Minden weiter. Die Stadtwerke fahren nach seinen Worten eine langfristig ausgerichtete Beschaffungsstrategie. Diese ermögliche es, die Mehrbelastungen bei Strom- und Gaslieferungen für Kunden der Stadtwerke Northeim im Vergleich zu anderen Anbietern deutlich geringer ausfallen zu lassen.

Mit der Preisanpassung verbinden die Stadtwerke allerdings auch eine gute Nachricht, so der SWN-Sprecher: Für die von den meisten privaten SWN-Kunden abgeschlossenen Tarife NOM-Strom und NOM-Gas gibt es eine Preisgarantie übers gesamte Jahr 2022.

Zurück zu den neuen Gas- und Stromtarifen der SWN ab Januar. Der Brutto-Arbeitspreis für die Kilowattstunde (kWh) Erdgas steigt um 0,52 Cent in der Grundversorgung und um 0,36 Cent in den NOM-Gas-Tarifen. Die Grundpreise bleiben unverändert.

Für SWN-Kunden im Tarif NOM-Gas mit einem jährlichen Verbrauch von 8000 kWh, typisch für eine Wohnung mit 70 Quadratmetern, belaufen sich die monatlichen Mehrkosten für Heizgas laut Berechnung der SWN auf knapp monatlich 2,30 Euro, also auf 27,60 im Jahr. Für einen Einfamilien-Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 20 000 kWh beträgt die Preissteigerung 5,80 Euro im Monat oder 69,60 Euro.

Für Haushaltskunden, die von den SWN grundsätzlich mit zertifizierten Ökostrom beliefert werden, steigen die Brutto-Arbeitspreise je Kilowattstunde (kWh) um 0,79 Cent in der Grundversorgung und 0,64 Cent bei den NOMStrom-Produkten. Die Grundpreise bleiben stabil. Für einen 3-Personen-Haushalt mit dem Tarif NOMStrom und einem Jahresverbrauch von 3500 kWh Strom bedeutet dies eine Steigerung der Kosten um rund 1,85 Euro im Monat oder 22,40 Euro im Jahr.

Die Stadtwerke Northeim werden in diesen Tagen alle Kunden anschreiben, um über die neuen Preise zu informieren.

Auch andere Versorger drehen an der Preisschraube

Bereits in der vorigen Woche hatten die Stadtwerke Leine-Solling, deren Gesellschafter die Stadt Moringen und die Stadtwerke Einbeck sind, eine Gaspreiserhöhung in der Grundversorgung um 0,7 Cent je Kilowattstunde und von 10 Euro jährlich im Grundpreis ab 1. Januar 2022 verkündet. Den Strompreis hält Leine-Solling konstant.

Bei anderen Versorgern im Kreisgebiet sind Entscheidungen über Preisanpassungen noch nicht gefallen.  (Axel Gödecke)

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