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Stadtwerke Northeim: Strom und Gas wird ab Januar drastisch teurer - Preisdeckel soll Entlastung bringen

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Gasherd mit Flamme
Die Flamme eines Gasherdes brennt in einer Küche. © Frank Rumpenhorst/dpa/Symbolbild

Bislang bekamen die Bestandskunden der Northeimer Stadtwerke (SWN) die wegen des Ukrainekriegs explodierten Preise bei Gas und Strom noch nicht zu spüren. Doch das ändert bald.

Northeim - Nun müssten auch die SWN reagieren, heißt es von Pressesprecher Lars von Minden. Für den Jahreswechsel kündigen die SWN drastische Preissteigerungen an. Das betrifft Gas und Strom.

Sowohl in der Gas-Grundversorgung als auch im Sondertarif „NOM-Gas“, den die meisten Kunden nutzen, werden die Stadtwerke in der Grundversorgung die Arbeitspreise um brutto 10,33 Cent pro Kilowattstunde (kWh) erhöhen. Für die „NOM-Gas“-Kunden werden 10,0 Cent pro kWh mehr berechnet.

Das zahlt ein Musterhaushalt bei Gas mehr

So werde ein Musterhaushalt mit Einfamilienhaus und einem Jahresverbrauch von 20  000 Kilowattstunden(kWh) Erdgas im Tarif „NOM-Gas“, den die meisten Kunden nutzen, pro Monat rund 167 Euro mehr als bislang zahlen müssen. Der Preis für den Jahresverbrauch steige von 1241 auf 3241 Euro, was einer Steigerung von 161 Prozent entspreche.

Ein „NOM-Gas“-Kunde mit einer 50 Quadratmeter-Wohnung, der pro Jahr 7000 kWh Gas abnehme, zahle ab Januar 58 Euro pro Monat mehr (104 statt 45,50 Euro), was einem Plus von 128 Prozent im Vergleich zu heute entspricht.

So geht der Strompreis rauf

Auch beim Strom müssen die SWN-Kunden aufgrund der drastisch gestiegenen Beschaffungskosten ab 1. Januar deutlich tiefer in die Tasche greifen. In der Grundversorgung steigen die Arbeitspreise um 21,78 Cent pro Kilowattstunde (kWh) auf dann 48,36 Cent/kWh. Erhöht werden auch die verbrauchsunabhängigen Grundpreise: von 76,16 auf 117,81 Euro pro Jahr.

Für Kunden im günstigeren „NOM-Strom-Tarif“ erhöhen sich die Arbeitspreise laut von Minden um 20,29 Cent pro Kilowattstunde und die Grundpreise um 29,75 Euro pro Jahr. Bei einer Abnahmemenge von 468 bis 6953 kWh Strom belaufen sich die Arbeitspreise ab dem 1. Januar auf 44,63 Cent/kWh (derzeit 24,34 Cent) und der Grundpreis auf 115,43 Euro/Jahr (derzeit 85,68 Euro).

Für einen Northeimer Durchschnittshaushalt, der im Tarif NOM-Strom pro Jahr 3500 kWh Strom verbraucht, belaufen sich damit die monatlichen Mehrkosten ab Januar auf 62 Euro. Die Kosten steigen um 79 Prozent.

Hoffen auf Energiepreisdeckel, der Preissteigerung abfedern soll

Doch wie die anderen Versorger hoffen auch die Stadtwerke Northeim auf eine deutliche Abfederung dieser Kostensteigerungen für die Verbraucher durch die angekündigte Energiepreisdeckelung. „Die von der Bundesregierung angekündigten Preisbremsen konnten wir bei unseren Musterrechnungen noch nicht berücksichtigen“, betont von Minden.

Durch den Energiepreisdeckel des Bundes sollen diese Preissteigerungen ja spürbar abgefedert werden. Da konkrete Vorgaben zur Begrenzung der Energiepreise noch fehlten, könne die SWN diese Entlastungen leider aktuell noch nicht berücksichtigen. Die nun fristgemäß bekannt gegebenen Preise würden also voraussichtlich nicht in voller Höhe bei den Kunden ankommen.

Von Minden: „Wir hoffen, dass die Details dazu noch im Dezember von der Bundesregierung kommen und wir diese Entlastungen dann schon mit der Berechnung der neuen Abschlagszahlungen für unsere Kunden berücksichtigen können“. Die Neuberechnung der Abschläge werde Ende Januar/Anfang Februar mit der Jahresendrechnung verschickt.

Soforthilfe bei Gasrechnung für Dezember

Darin soll dann auch die vom Bund angekündigte Soforthilfe, sprich die Übernahme der Gasrechnung für den Monat Dezember vermerkt sein. Von Minden: „Wir hoffen, dass die Details so rechtzeitig kommen, dass wir die Dezemberabschläge für Gas erst gar nicht abbuchen brauchen.“

Alle Strom- und Gaskunden der Stadtwerke Northeim erhalten in den kommenden Tagen zunächst die Preisänderungsschreiben mit den regulären neuen Tarifen, heißt es in der Mitteilung der Stadtwerke. (Axel Gödecke)

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