Ferienzeit im Bauwagen

Steuerbüro hilft angestellten Eltern - und gründet eigene Kinderbetreuung

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Zusammen am Bauwagen: Von links Betreuerin Carolin Dierkes, Maike Oberlack, Bernd Siegmüller und Sherry Nguyen-Sackmann mit Kindern. Foto: von Polier

Northeim. Eine Ferienbetreuung für Kinder seiner Mitarbeiter hat Bernd Siegmüller vom Steuerbüro Schirmer & Siegmüller in Northeim eingerichtet. Warum? Das lesen Sie hier.

Hintergrund der Aktion ist, dass viele Eltern in den Ferien ein Problem haben, ihre Kinder unterzubringen, da die Kindergärten geschlossen sind.

Auf einer Rasenfläche, die etwa 800 Quadratmeter groß ist, steht ein gemieteter Bauwagen, in dem die Kinder mit Wasserfarben malen und spielen können. Neben dem Bauwagen ist Sand aufgeschüttet, es gibt Bobbi-Cars und einen Pavillon, der die Kinder vor der Sonne schützt.

8 von 10 Angestelltenkindern spielen hier unter ständiger Aufsicht der staatlich anerkannten Erzieherin Maike Oberlack und der Schülerin zur staatlich anerkannten Erzieherin, Carolin Dierkes. Für die Kinderbetreuung wurden acht Betreuungsverträge aufgesetzt.

„Anfangs war die Begeisterung der Mitarbeiter ein wenig verhalten“, sagt Geschäftsführer Bernd Siegmüller. „Doch dann kam die Frage auf, was eine solche Betreuung denn kosten würde“. Es sei schnell klar gewesen, dass die Betreuung der Kinder in den Ferien für die Angestellten kostenlos sein müsse, da die Eltern ja die ganzjährigen Beiträge für Plätze im Kindergarten bezahlen müssten. So habe man sich dazu entschieden, die laufenden Kosten in Höhe von etwa 3000 Euro zu übernehmen. Zusätzlich seien aber noch Investitionen nötig gewesen, wie etwa das Einzäunen des Geländes, was noch einmal mit 3500 Euro zu Buche schlug.

„Wir wollen mit dieser Aktion auch ein Vorbild für andere Firmen sein“, sagt Siegmüller. Denn die Investitionen seien ja insgesamt überschaubar, da die Ferienbetreuung ab sofort über mehrere Jahre stattfinden solle.

Martina Schnabl, die beim Jugendamt des Landkreises Northeim für Kindertageseinrichtungen zuständig ist, sagt: „So eine Anfrage hatten wir noch nie, und die eigentliche Erlaubnis für die Kinderbetreuung muss vom Land Niedersachsen erteilt werden." Deshalb habe man sich mit der Zentrale in Hannover abgestimmt.

Von Jürgen von Polier

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