Steuersünder in Südniedersachsen immer noch zahlungswillig

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Northeim. Der Steuerskandal des einstigen FC-Bayern- Präsidenten Uli Hoeneß 2013 hat immer noch Nachwirkungen in Südniedersachsen. Die Zahl der Selbstanzeigen von Steuersündern bei den Finanzämtern war 2015 weiter hoch, wenn auch etwas geringer als im Rekordjahr davor.

In den Steuerverwaltungen Northeim, Göttingen, Bad Gandersheim und Herzberg gingen laut Oberfinanzdirektion Hannover 204 Selbstanzeigen ein. Das sind zwar 27 weniger als 2014, aber deutlich mehr als vor dem Hoeneß-Skandal.

2013, als die Ermittlungen im Fall Hoeneß in Gang kamen, hatten sich in Südniedersachsen 196 Steuersünder gemeldet. In den Jahren davor wurden Selbstanzeigen nicht erfasst, jedoch gehen Experten davon aus, dass die Anzahl maximal halb so hoch war.

Im Finanzamt Northeim gab es im vorigen Jahr 42 Selbstanzeigen und damit gegen den Landestrend sogar sechs mehr als 2014 (2013: 44). Das Bad Gandersheimer Finanzamt vermeldet konstante Zahlen im Vergleich zum Vorjahr mit 31 Anzeigen, (2014: 32, 2013: 47).

In Herzberg und Göttingen meldeten sich teils deutlich weniger reuige Steuersünder. So hat sich das Aufkommen der Selbstanzeigen in Herzberg mit 24 gegenüber 2014 (44) fast halbiert (2013: 19). Das Finanzamt Göttingen vermeldet einen gemäßigten Rückgang um neun auf 107 Anzeigen. 2013 waren es hier jedoch nur 73.

Dass sich zuletzt landesweit weniger Personen selbst angezeigt hätten, hänge mit der Verschärfung der Regeln für Straffreiheit zusammen, sagte Niedersachsens Finanzminister Peter-Jürgen Schneider kürzlich. Allerdings habe er mit einem deutlich größeren Rückgang gerechnet. Druck auf die Steuersünder erzeuge weiter die Auswertung von gekauften Daten-CDs aus der Schweiz, Luxemburg und Liechtenstein. Die Einnahmen des Landes daraus hätten bis Ende 2015 311 Millionen Euro betragen, im Gegenzug habe man für den Kauf 855 000 Euro ausgegeben.

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