Tennet prüft neue Trassenvariante

Das Suedlink-Erdkabel  könnte dicht an Hillerse vorbeiführen

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Landwirt Torsten Fröchtenicht fürchtet, dass bei einer Realisierung der Trasse 441 die Stromleitung direkt an seinem Aussiedlerhof an der Straße zwischen Hillerse und Elvese vorbeiführen wird. Besondere Sorge bereitet ihm, dass in dem möglicherweise betroffenen Bereich bereits zwei Gasleitungen in der Erde liegen.

Northeim/Hillerse – Durch den Bau der Höchstspannungsleitung „Suedlink“, könnten in der Hillerser Feldmark acht Hektar wertvolles Ackerland verloren gehen. Das befürchten zumindest die Landwirte der Northeimer Ortschaft.

Netzbetreiber Tennet hat jetzt bekannt gegeben, dass ein entsprechender weiterer Trassenkorridor derzeit geprüft wird.

Nach wie vor gilt zwar der Trassenkorridor 69a, der südwestlich vorbei an Hollenstedt und weiter westlich vorbei an Schnedinghausen, Großenrode und Behrensen nach Lütgenrode führt, als Vorzugstrasse – eine endgültige Entscheidung dafür gibt es aber noch nicht. Der bisherige Alternativkorridor 300 führt östlich an Northeim vorbei, über den Wieter und vorbei an Sudheim, Bühle und Nörten-Hardenberg bis Lüttgenrode.

Die Firma Tennet teilt auf HNA-Anfrage hierzu mit, dass im Rahmen der Behörden- und Öffentlichkeitsbeteiligung durch Dritte mehrere Alternativvorschläge gemacht worden seien, aus denen die Bundesnetzagentur Prüfaufträge für die Firmen Tennet und „TransnetBW“ abgeleitet habe, darunter auch für den Korridor 441. Der führt ab Sudheim vom Korridor 300 aus in Richtung Hillerse durch das Leinetal, zwischen dem Wahrberg und der Ortschaft Hillerse hindurch bis zum Korridor 69a bei Moringen.

Aus den Unterlagen, die im Northeimer Rathaus noch bis zum 16. April während der üblichen Öffnungszeiten für jedermann zur Einsicht öffentlich ausliegen, geht hervor, dass diesem Korridor gegenüber dem Verlauf der beiden bisherigen Korridore der Vorzug gegeben wird. Ausschlaggebend dafür ist unter anderem, dass bei einer Führung der Trasse über den Korridor 300 in deutlich größerem Umfang Waldbereiche und biologisch wertvolle Lebensräume berücksichtigt werden müssen, die nicht umgangen werden können.

Ortsbürgermeister Rolf Müller zeigt, wo die Trasse entlang des Wahrbergs (Hintergrund) verlaufen könnte.

Bezüglich des „Schutzgutes Boden“ sieht man aber im Korridor 441 nur einen geringen Vorteil – letztendlich rechnet man aber im Korridor 300 absolut gesehen mit erheblich mehr „Eingriffsrisiken“, sodass die Trasse über Hillerse auch im Hinblick auf die Wirtschaftlichkeit als günstiger eingeschätzt wird. Der Ortsrat und die Feldmarksgenossenschaft appellieren an alle Hillerser, im Rahmen der öffentlichen Beteiligung Einwände gegen das Vorhaben geltend zu machen.

Das empfahl auch Wolfgang Möller, Mitarbeiter des Northeimer Bauamtes, der auf Einladung des Ortsrates und der Feldmarksgenossenschaft Hillerse bei einer Informationsveranstaltung in der Dorfgemeinschaftsanlage „Remise“ über den Stand der Dinge aus Sicht der Stadt Northeim berichtete.

Auch die Stadtverwaltung könne nicht nachvollziehen, „warum die Vorhabensträger diesen neuen Trassenkorridor“ jetzt ins Spiel bringe, so Möller. Die Stadt Northeim werde in jedem Fall ihre Vorbehalte gegen das Vorhaben zum Ausdruck bringen, wie sie das auch bei den bislang diskutierten Trassenkorridoren bereits getan habe.

„Die Trasse 441 ist keineswegs schon beschlossene Sache“, betonte Möller. Insofern sei der Appell des Ortsrates zu unterstützen. Noch hätten alle Einwohner der Ortschaft die Möglichkeit, ihre ablehnende Haltung zu dem geplanten Bauprojekt zum Ausdruck zu bringen.

Möller hält die Sorge der Hillerser Landwirte, dass durch den Bau der Leitung Ackerland auf Dauer verloren gehen könnte, für begründet. „Beim Verlegen der Leitung wird der ausgehobene Boden zwar so gelagert, dass er in der richtigen Reihenfolge wieder in den Graben gefüllt werden kann, aber die Bodenstrukturen sind trotzdem zerstört und haben geringere Erträge auf den betroffenen Flächen zur Folge.“

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