Kampf um Internet-Kunden

Telekom und Vodafone liefern sich harten Wettbewerb

Die Kontrahenten: Telekom (links) und Vodafone/Kabel Deutschland (rechts) buhlen im Straßenbild um die Gunst der Endkunden. Foto: Schlegel

Göttingen/Northeim. Einen Zweikampf gibt es derzeit um Privatkunden für schnelle Internetzugänge. Telekom und Vodafone buhlen um die Gunst am Ende der Leitung.

Woran merkt man den Wettbewerb?

Im Straßenbild und anderen Werbekampagnen wird derzeit verstärkt auf die Vorteile des jeweiligen Anbieters hingewiesen.

Wie stellt der Anbieter Deutsche Telekom die Verbindung her?

In der Regel über die Telefonleitungen. Im Bereich Göttingen wurde jetzt das schnelle Internet von der Telekom massiv ausgebaut. Dort sind Übertragungsraten von 50 bis 100 Megabit möglich.

Wie stellt Vodafone die Internetverbindung her?

Dazu nutzt das Unternehmen die schnellen Internet-Anschlüsse von Kabel Deutschland. Seit dem vergangenen Jahr gehört der Fernsehkabelanbieter zu Vodafone. Im Laufe des Jahres sollen die Marke und das Logo von Kabel Deutschland durch Vodafone ersetzt werden. Außerdem mietet Vodafone Leitungen bei der Telekom an, um Endkunden mit schnellem Internet zu versorgen.

Welchen Vorteil haben die Kunden von dem Wettbewerb?

Die Anbieter haben immer mehr Komplettpakete im Angebote. Schon für etwa 60 Euro gibt es schnelles Internet, Telefon, Fernsehprogramme in hochauflösender Qualität (HD) und obendrauf noch eine Mobilfunkkarte fürs Smartphone. Bei der Telekom heißt das Angebot „Magenta eins“, bei Kabel Deutschland/Vodafone „All-in-One“.

Wie sieht es mit dem weiteren Ausbau des schnellen Internets aus?

Ausgebaut wird vor allem in den Städten. Im ländlichen Bereich geht es nach wie vor langsam ins Internet. Die Landkreise Göttingen und Northeim haben das Problem erkannt und bereiten Ausbauprojekte für die Dörfer vor. Das große Problem dabei ist allerdings die Finanzierung. Hintergrund: Die Telekom will für den weiteren Ausbau abseits der Zentren Investitionszuschüsse haben. „Nach erfolgter Ausschreibung und Zuschlag für die Telekom würden wir innerhalb von drei Jahren die heute unterversorgten Bereiche zu 95 Prozent mit mindestens 30 Megabit pro Sekunde versorgen“, heißt es in einer Mitteilung der Deutschen Telekom.

Wie sieht es beim Fernsehkabel aus?

Von den mehr als 15 Millionen Haushalten im Kabel-Deutschland-Netz sind über 95 Prozent für Internet- und Telefonnutzung aufgerüstet. Problem: Gerade auf den Dörfern gibt es eben kein Fernsehkabelnetz. Bei Ausbau dieses Netzes in den 80er-Jahren mussten sich die Haushalte in der Regel mit einem Zuschuss von mehreren hundert Mark beteiligen. Viele lehnten das seinerzeit ab. Damals konnte man natürlich noch nicht absehen, dass das Fernsehkabel auch für den Internetzugang wichtig werden könnte.

Hintergrund: So geht es superschnell ins Internet

Um schnell ins Internet zu kommen bieten sich verschiedene Varianten an. Wir stellen einige Möglichkeiten vor.

Viele kennen DSL. Das Internet kommt bei dieser Technologie über die normale Telefonleitung. Problem: Ist der Anschluss zu weit von der Vermittlungsstelle entfernt, geht es gar nicht oder nur mit stark verminderter Geschwindigkeit. Die Lösung wären zusätzliche Verstärker beziehungsweise Glasfaserleitungen bis in die Wohngebiete, die aber über Zuschüsse Dritter finanziert werden müssten.

Zum Standard gehören inzwischen Internet- und Telefonanschlüsse über das Fernsehkabel. Das funktioniert allerdings nur, wenn ohnehin ein Kabelanschluss vorhanden ist. Problem: Viele kleinere Orte im Landkreis sind nicht angeschlossen.

Optimale Geschwindigkeiten bieten Internetanschlüsse über Glasfaserkabel. Allerdings müssten dafür neue Leitungen bis in die Häuser verlegt werden – und das ist teuer.

Relativ neu ist Internet aus der Steckdose. In diesem Fall wird der Zugang über die Stromleitung hergestellt. Dafür muss das Stromnetz entsprechend ausgebaut werden. Vorteil: Überall gibt es Strom. Dieses System hat sich in Südniedersachsen aber nicht durchgesetzt.

Daneben gibt es eine Reihe auf Funk basierender Systeme, nicht zu verwechseln mit Mobilfunk. Ein solches System nutzt beispielsweise „Internet Einbeck“, das die dortigen Stadtwerke anbieten. Um neue Bereiche mit dieser Technologie zu erschließen, müssten Empfangs- und Sendestationen auf Bergen oder hochgelegenen Bauten (zum Beispiel Hochbehältern) installiert werden. Die Technik ist ausgereift.

Weitere Varianten sind zum Beispiel schnelles Internet über Mobilfunk oder über Satellitenempfang.

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