Tierheim „Villa Wuff“ droht das Aus

Es ist Fünf vor Zwölf: Thomas Döhrel (links) und Thomas Schlachter. Foto:  Bertram

Einbeck. Das Einbecker Tierheim „Villa Wuff“ steht vor dem finanziellen Aus. Wenn dem Trägerverein außer dem bisherigen Spendenaufkommen nicht mindestens 10.000 Euro pro Jahr mehr zur Verfügung stehen, muss er bereits zum Jahresende seine Arbeit einstellen, sagten der Vorsitzende Thomas Schlachter und sein Vize Thomas Döhrel.

Vor drei Jahren steckte die „Villa Wuff“ schon einmal in finanziellen Nöten. 2010 hatte eine große Solidaritätswelle in der Region die Schließung verhindern können. Das damals entstandene finanzielle Polster sei jedoch mittlerweile durch die aufwändige Tierschutzarbeit aufgebraucht, erklärte der Vorstand. Hinzu komme, dass das Tierheim allein für 2013 rund 20.000 Euro weniger Spenden verbucht als in den Jahren zuvor.

Eine seit 2006 mit der Stadt Einbeck bestehende Vereinbarung über die Aufnahme von Fundtieren hat der Trägerverein gekündigt. Die finanziellen Belastungen seien für das seit 1995 bestehende Tierheim nicht mehr zu verantworten gewesen, sagten Schlachter und Döhrel. Pro Jahr hat die „Villa Wuff“ von der Stadt dafür pauschal 3000 Euro erhalten, dass das Tierheim herrenlose Tiere aufgenommen, versorgt, medizinisch untersuchen lassen und den Halter ermittelt sowie die Tiere wieder vermittelt hat. Durch das um Kreiensen größer gewordene Gebiet habe die Stadt jetzt 3500 Euro pro Jahr als so genannten Findlingsgroschen angeboten. Dafür sei die zeitaufwändige und teure Tierschutzarbeit jedoch nicht mehr leistbar, sagten die Vorsitzenden. Nach einer Aufstellung der „Villa Wuff“ sind dem Einbecker Tierheim für Fundtiere allein in diesem Jahr Kosten von 12 000 Euro entstanden. Den Aufwand, den der Verein detailliert belegen kann, würde er gerne der Stadt in Rechnung stellen. Denn die tatsächlich entstehenden Kosten variieren laut Vorstand beispielsweise zwischen 51 und 1284 Euro pro Hund, je nach anfallenden Tierarzt-Kosten und notwendiger Sozialisationsarbeit bei dem ausgesetzten Tier.

Die Stadt Einbeck hat der „Villa Wuff“ Anfang des Monats mitgeteilt, dass sie eine Vorstandszusage des Vereins Tierschutz Northeim erhalten habe, ab 2014 alle Fundtiere aus dem Einbecker Stadtgebiet sowie aus allen 46 Einbecker Ortsteilen in Northeim aufnehmen zu können - und das wesentlich kostengünstiger als für 12 000 Euro. Eine endgültige Entscheidung durch den Verwaltungsausschuss des Einbecker Stadtrates gibt es jedoch noch nicht, sagte Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek der HNA. (zfb)

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