Landkreis Northeim rät zur Einhaltung von Hygienemaßnahmen

Tierseuchen breiten sich aus

Kopf eines Sulmtaler Huhns
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Um die eigenen Hühner vor der Geflügelpest zu schützen, empfiehlt der Landkreis Northeim, Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen.

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) und die hochpathogene Form der Geflügelpest (HPAI) breiten sich derzeit in Deutschland aus und es besteht nach Einschätzung des Landkreises Northeim ein hohes Risiko.

Landkreis Northeim - Auch wenn derzeit im Landkreis noch kein Ausbruch der beiden Tierseuchen bekannt ist, bestehe trotzdem eine erhöhte Wachsamkeit. Zudem sei es wichtig, Vorsorge zu treffen. Denn auch Haustiere – Schweine und Geflügel – können sich mit den beiden Krankheiten infizieren.

Die Jägerschaft beteiligt sich laut Caroline Diedrich vom Presseteam des Landkreises bereits seit Jahren an der Seuchenprävention durch intensive Bejagung der Schwarzwildbestände sowie durch Blutprobeentnahme bei erlegten Wildschweinen und Probeentnahme bei Fall- und Unfallwild zur Früherkennung (siehe Infokasten). Diese Blutproben helfen, die Verbreitung der ASP zu erkennen.

Um Hühner vor der Geflügelpest zu schützen, sollten sie nur in Bereichen gefüttert werden, wo keine Wildvögel eindringen können.

Bei der Geflügelpest kam es von November 2020 bis Juni 2021 laut Kreisverwaltung zu einem besonders intensiven Seuchengeschehen. So wurde auch im Landkreis Northeim die Aufstallpflicht für Geflügel angeordnet. Nach scheinbaren Monaten der Ruhe ist die Seuche nun wieder auf dem Vormarsch. Die Gefahr eines Eintrags der HPAI wird auch in der neusten Risikobeurteilung des Friedrich-Löffler-Instituts wieder als sehr hoch eingeschätzt. Geflügelhalter seien daher dringend aufgefordert, ihre Biosicherheitsmaßnahmen zu überprüfen und, falls notwendig, zu verbessern, so die Kreisverwaltung.

Sollte eine Seuche bei Schweinen oder Geflügel auftreten, bleibe nur die Tötung des gesamten betroffenen Bestandes, die dann angeordnet und unter amtlicher Aufsicht vorgenommen werde, erklärt Diedrich. Darüber hinaus komme es zu weitreichenden Sperrmaßnahmen und Untersuchungen in den umliegenden Tierbeständen.

Für die sachgerechte Bergung der von Seuchen betroffenen Tiere wurden in diesem Jahr die Mitarbeiter des Veterinäramts geschult. Eine Schulung erfolgte mit dem Tierseuchenkrisenzentrum, eine weitere wurde durch die Task-Force Tierseuchenbekämpfung des Niedersächsischen Landesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit geleitet. Im Landkreis erfolgte im Juli zudem die jährliche Tierseuchenübung mit den Schwerpunkten Fallwildsuche und Bergung sowie Zaunbau um Restriktionszonen bei Ausbruch der ASP

Tipps zum Schutz vor Geflügelpest

Die Kreisverwaltung mahnt Tierhalter an, die Biosicherheitsmaßnahmen nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. Das gelte auch für Hobbytierhalter.

Aufgrund des aktuellen hohen Risikos sollten insbesondere Geflügelhalter schon jetzt folgende Hygieneanforderungen einhalten:

- In Geflügelhaltungen muss zum Schutz vor dem Eintrag der Geflügelpest unbedingt der direkte und indirekte Kontakt zu Wildvögeln verhindert werden.

- Futter und Tränkewasser darf nur vor Wildvögeln geschützt angeboten werden. Futter und Einstreu muss sicher vor Wildvögeln gelagert werden.

- Ausläufe sollten wildvogelsicher gestaltet werden, indem sie an den Seiten mit einem engmaschigen Gitter (Kaninchendraht) gegen das Eindringen von Wildvögeln und nach oben mit einer dichten Überdachung gegen das Eintragen von Vogelkot gesichert werden. In einem solchen sicheren Auslauf können die Tiere auch während einer angeordneten Stallpflicht Auslauf erhalten.

- Stall und Auslauf sollen nur mit sauberer Kleidung und Wechsel des Schuhwerks betreten werden.

- Es dürfen nur saubere Gerätschaften verwendet werden (Schubkarre, Transportkisten, Fahrzeuge, etc.).

- Bei Auffälligkeiten (verringerte Legeleistung oder Gewichtszunahme, vermehrte Todesfälle) ist sofort ein Tierarzt zu kontaktieren. (Von Rosemarie Gerhardy)

Blutprobe zur Früherkennung bei Wildschweinen

2020 wurden im Landkreis über 1500 Blutproben von erlegten Wildschweinen und acht Proben von Fallwild (tot aufgefundene Wildschweine) untersucht. 2021 sind es bereits jetzt über 1100 Blutproben und acht Fallwildproben. Um einen Anreiz für die Teilnahme am ASP-Monitoring zu schaffen, hat der Landkreis die Kosten für die Trichinenuntersuchung von Wildschweinen mit einem Gewicht unter 30 kg erlassen, wenn bei den Tieren eine Blutprobe genommen wurde. rom

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