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Tristan Marienhagen: „Traue mir das durchaus zu“

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Von: Kathrin Plikat

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Tristan Marienhagen will bei der Wahl im Oktober für die CDU in den Niedersächsischen Landtag einziehen. In Northeim mag er besonders die Wege entlang der Rhume zum Fahrradfahren und Spazierengehen.
Tristan Marienhagen will bei der Wahl im Oktober für die CDU in den Niedersächsischen Landtag einziehen. In Northeim mag er besonders die Wege entlang der Rhume zum Fahrradfahren und Spazierengehen. © Kathrin Plikat

Am 9. Oktober wählt Niedersachsen einen neuen Landtag. Wir stellen die Kandidaten aus den Wahlkreisen Northeim und Einbeck in loser Reihenfolge vor. Heute: Tristan Marienhagen (CDU)

Northeim – Er sieht nicht nur jung aus, er ist mit seinen 21 Jahren auch noch jung: Doch das hält Tristan Marienhagen aus Hillerse nicht davon ab, im Oktober bei der Landtagswahl für die CDU im Wahlkreis Northeim ins Rennen zu gehen.

„Ich sehe mich als Teil einer neuen Politikergeneration mit neuen Gesichtern, neuen Zielen und neuen Werten. Und ich traue mir die große Politik durchaus zu“, sagt der 21-Jährige selbstbewusst. Und: Er freue sich, dass viele seiner Mitbewerber ebenfalls sehr jung sind.

Schon als Jugendlicher habe er sich sehr für Politik interessiert, erzählt er. Als die AfD bei der Bundestagswahl 2017 mit gut 12 Prozent Stimmenanteil in den Bundestag einzog, wusste Marienhagen, dass er selbst aktiv werden muss. „Ich habe mir erst mal in Ruhe alle Parteien angeguckt und dann schnell gemerkt, dass die CDU am besten zu meinen Werten passt“, erzählt er. Mit 17 Jahren trat er beim CDU-Stadtverband Northeim in die Partei ein.

Dass er nur gut vier Jahre später für den Landtag kandidiert, hatte er da noch nicht auf dem Schirm. Erst mal machte er sein Abitur an der KGS Moringen, baute mit seinem Vater, der Landwirt in Hillerse ist, unter anderem einen Online-Shop für die Vermarktung von Bio-Rindfleisch auf und verbrachte viel Freizeit bei der Feuerwehr seines Heimatdorfes Hillerse.

Apropos: Obwohl der 21-Jährige inzwischen mit seiner Freundin in einer Wohnung in der Northeimer Innenstadt lebt, „emotional werde ich immer Hillerse verbunden sein“. Der Grund: Die drei F: Familie, Freunde, Feuerwehr.

Auch heute versucht Marienhagen, regelmäßig beim Ausbildungsdienst seiner Feuerwehr dabei zu sein, obwohl er seit 2020 nicht nur Volkswirtschaftslehre und Politikwissenschaft in Göttingen studiert, sondern auch Geschäftsführer der CDU-Kreistagsfraktion ist. „Und da habe ich einen richtig guten Einblick in die hiesige Politik bekommen“, sagt er.

Und gab es auch Kritik an seiner Kandidatur? Dass er doch eigentlich viel zu jung sei für das „große“ Politikgeschäft? „Direkte Kritik habe ich persönlich nicht gehört. Na klar, ich wurde schon mal gefragt, ob ich mir das auch alles gut überlegt hätte und wirklich glaube, dass ich da mithalten kann.“ Darauf antwortet der 21-Jährige ganz klar: „Natürlich habe ich mir das sehr gut überlegt. Und ja, ich kann das.“

Außerdem habe er auch im privaten Bereich volle Unterstützung, von seiner Freundin („Die hält mir komplett den Rücken frei“) und auch von der Familie. Seine Eltern seien zwar zunächst etwas überrascht gewesen, dass ihr Sohn den Schritt in Richtung Landespolitik schon jetzt gehen will, doch hinter der Entscheidung stehen sie laut Marienhagen zu 100 Prozent.

Sollte es mit dem Einzug in den Landtag klappen, will sich Marienhagen schwerpunktmäßig um die Themen Bildung, Ehrenamt und Wirtschaft kümmern.

Vor allem der Erhalt der Förderschulen sei ein wichtiges Ziel, dass er mit der CDU verfolge, zumal es immer mehr Kinder gebe, die eine spezielle Förderung benötigen.

Außerdem könne man sich damit als CDU klar von der SPD und den Grünen abgrenzen, die Förderschulen am liebsten schließen würden.

Im Bereich des Ehrenamts liegen dem 21-Jährigen natürlich die Freiwilligen Feuerwehren und deren gute Ausstattung sehr am Herzen. „Ich möchte, dass das Land die Kommunen dafür finanziell besser ausstatten.“

In Sachen Wirtschaft habe er viele Ideen für die Region, wichtig sei vor allem, hier gute Firmen anzusiedeln, die dann neue Arbeitsplätze schaffen und gut Steuern zahlen. „Das macht eine Region gleich noch lebens- und liebenswerter“, ist er überzeugt. Und wie geht es weiter, wenn es mit dem Landtag nicht klappt? „Dann schaue ich weiter. Auf jeden Fall werde ich mein Studium beenden, ob nun mit oder ohne Landtagsmandat.“

Zum Schluss ist Marienhagen aber noch eines wichtig, weil er häufig Kritik hört: „Die Stadt Northeim ist viel besser als ihr Ruf. Junge Familien können hier im Vergleich zu anderen Kommunen noch verhältnismäßig günstig bauen oder Wohnungen mieten, es gibt genügend Arbeitsplätze, eine tolle Vereinsstruktur, viel Natur und jede Menge Freizeitmöglichkeiten. Dafür müssen wir werben und gemeinsam das Image Northeims wieder aufpolieren.“ (Kathrin Plikat)

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