Er stammt aus dem Ersten Weltkrieg: Ein trauriger Hase als Ostergruß

Ostergruß aus dem Ersten Weltkrieg: Kunstmaler Richard Fiedler verschickte ihn 1917 an seine Ehefrau, die Mutter der Northeimerin Johanna Hartwig (Bild). Hinten ist noch ein Gemälde des Künstlers zu sehen. Foto:  Gödecke

Northeim. Ein kleines Gemälde, das auch Leid und Entbehrung während des Ersten Weltkriegs zeigt, schmückt die Wohnung von Johanna Hartwig.

Ein seufzender Osterhase mit einer Kiepe, in der keine Ostereier zu finden sind: Dieses kleine Gemälde schmückt schon seit Jahren die Wohnzimmerwand von Johanna Hartwigs Neubauwohnung in Northeim. Ein ungewöhnliches Motiv, das nicht nur ans Osterfest erinnert, sondern auch an Leid und Entbehrungen, die Kriege mit sich bringen können.

Das offensichtlich ratlose Häschen stammt aus der Hand des Kunstmalers Richard Fiedler. Er hat es als Marine-Angehöriger mitten im Ersten Weltkrieg kurz vor dem Osterfest 1917 hinter der Frontlinie im belgischen Brügge gemalt. Es schmückt den Deckel einer hölzernen Geschenkebox, in der Fiedler einst wohl eine kleine Osterüberraschung an seine Frau geschickt hatte. Und diese Frau war die Mutter von Johanna Hartwig.

Traurig blickt nicht nur der Osterhase drein, ein trauriges Schicksal sollte auch seinen Erschaffer keine eineinhalb Jahre später ereilen. Im August 1918 kam Richard Fiedler, der sich in seinem Heimatort Luckenwalde als Kunstmaler und Zeichner einen Namen gemacht hatte und auch im Krieg als solcher eingesetzt war, nur 29-jährig durch eine Fliegerbombe in Brügge ums Leben.

Johanna Hartwig hat außer dem Mini-Gemälde auch noch zahlreiche andere Werke des ersten Mannes ihrer Mutter in ihrer Wohnung. Doch das seufzende Häschen aus Kriegszeiten ist der Northeimerin besonders ans Herz gewachsen.

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