Treueliste von 1953 erinnert in Greene an Kriegsgefangene

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Unterschriften-Faksimiles als Buch: Goslars Oberbürgermeister Dr. Oliver Junk (2.v.r.) überreichte die Listenkopien an Einbecks Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek, Greenes Ortsbürgermeister Frank-Dieter Pfefferkorn (links) und den Heimatvereins-Vorsitzenden Jürgen Sander.

Greene. 5831 Unterschriften als Faksimile-Kopie in einem Findbuch hat Goslars Oberbürgermeister Dr. Oliver Junk der Stadt Einbeck und dem Heimatverein des Flecken Greene übergeben.

Mit ihnen haben Menschen aus der Region im Jahre 1953 die Freilassung von Kriegsgefangenen aus der damaligen Sowjetunion gefordert.

Die Einträge stammen aus dem Findbuch „T 123“. Insgesamt gibt es 525 Treuelisten mit sieben Millionen Unterschriften auf 200.000 Blatt Papier. 1953 war die Greener Burg wegen ihrer Nähe zum Aufnahmelager Friedland zur Bundesweihstätte für die deutschen Kriegsgefangenen des Zweiten Weltkriegs erklärt worden.

Holz-Wandschreine der damaligen Bundesländer im Turm sowie ein Kreuz an der Außenmauer und eine Gedenktafel erinnern noch heute an die Petitionen des Verbandes der Heimkehrer. 1961 sind alle Unterlagen zusammen mit einer Glocke in die Kaiserpfalz nach Goslar überführt worden.

Die Original-Listen mit den insgesamt rund sieben Millionen Unterschriften werden unter archivalisch guten Bedingungen im Stadtarchiv Goslar verwahrt. Dem Wunsch von Ortsbürgermeister Frank-Dieter Pfefferkorn, die Glocke wieder nach Greene zurück zu geben, erteilte Oberbürgermeister Dr. Oliver Junk eine Absage: „Listen und die Glocke sind in Goslar in guten Händen.“ Mit täglichen Glockenschlägen wurde damals die Zahl der in Friedland ankommenden Kriegsgefangenen symbolisiert. Für einen neuen Glockenturm in Greene gebe es bereits ein Konzept und eine Finanzierung, sagte Pfefferkorn.

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