Pastor Wolf-Dieter Haardt geht in Ruhestand - Er hat ein Herz für die Jugend

Tröster, Treiber, Schrauber

Pastor Haardt verlässt seine Schäfchen: Er und seine Frau möchten im Ruhestand gern in unserer Region bleiben. Dann hat der Geistliche endlich mehr Zeit für seinen geliebten Jaguar. Fotos:  Oschmann/nh

elvershausen. Eine amerikanische Familie hat Wolf-Dieter Haardt auf den Weg zu Gott geführt. Die war 1957 Gast bei seiner Mutter in Bad Harzburg und hat den damals Zwölfjährigen so sehr in ihr Herz geschlossen, dass sie ihm eine christliche Jugendfreizeit in England finanzierte. Als der Jugendliche von der Insel heimkehrte, stand sein Berufswunsch unumstößlich fest. „Ich werde Pastor!“

Gesagt, getan. Studium in Bethel, Heidelberg und Göttingen mit anschließendem Vikariat. 1973 kam Wolf-Dieter Haardt als Pastor nach Moringen, blieb dort bis 1989 und wechselte nach einem Kurzstudium nach Elvershausen. Dort betreute er bis jetzt zusätzlich Berka, Marke und seit 2000 auch Hammenstedt. Am Wochenende wird der 65-Jährige in den Ruhestand verabschiedet.

„Mit zwölf Jahren stand für mich fest, dass ich Pastor werde!“

Wolf-Dieter Haardt

Der Geistliche erinnert sich gern an die Zeit, als es in Moringen noch 100 Konfirmanden pro Jahr gab. „Damals war es bei den Freizeiten in Erichsburg so voll, dass die Betreuer auf dem Flur schlafen mussten.“ Die Arbeit mit Jugendlichen - er war zwischenzeitlich Kreisjugendpastor - hat ihn von Anfang an fasziniert und bis heute nicht losgelassen.

In der Weperstadt war Haardt damals stark gefordert. Er war eine treibende Kraft bei der Aufarbeitung der KZ-Thematik, dem starken Widerstand entgegenschlug. Ihm ist es zu verdanken, dass die im Moringer Jugend-KZ umgekommenen Kinder, die in Nacht- und Nebelaktionen vom Nazi-Regime überall auf dem Friedhof vergraben wurden, umgebettet wurden und so eine würdige letzte Ruhestätte gefunden haben.

Beerdigungen, erläutert Haardt, sind zwar eine traurige Sache, aber kaum eine andere Gelegenheit vermittelt einem Pastor so sehr, dass sein Beistand und seine tröstenden Worte gefragt und willkommen sind. Auch deshalb engagiert sich Haardt, der neben vielen Posten auch stellvertretender Superintendent im Kirchenkreis Northeim war, nebenbei als Notfallseelsorger, die zum Beispiel bei Unfällen aktiv werden.

Der Geistliche hat viele Hüte aufgehabt, eine zeitlang zuviele, sagt er nachdenklich. Bis zu zwölf verschiedene Funktionen hatte er inne. „Ich habe gemerkt, dass mir die Arbeit über den Kopf gewachsen ist“, erinnert sich der Mann einer Pastorin und Vater zweier erwachsener Töchter an die Zeit vor dem Wechsel nach Elvershausen.

Jaguar-Fan

Wenn doch einmal Zeit für private Interessen ist, bastelt Wolf-Dieter Haardt gern an alten Autos. „Ich bin ein begeisterter Schrauber“, sagt der Pastor, in dessen Garage neben dem Pfarrhaus ein 40 Jahre alter Jaguar und ein ebenso altes BMW-Cabrio stehen.

Von Hans-J. Oschmann

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