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Für die Universitätsmedizin Göttingen ist ein Erfolg in Bad Gandersheim Pflicht

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Von: Olaf Weiss

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Das Krankenhaus in Bad Gandersheim.
Das Krankenhaus in Bad Gandersheim wird noch vom Helios-Konzern geführt. © Olaf Weiss

Die Universitätsmedizin Götttinggen stellt das Statamed-Projekt für Bad Gandersheim vor.

Bad Gandersheim – Mit Blick auf die bundesweit von vielen Bagatellfällen überlasteten Notaufnahme müsse das Statamed-Modellprojekt in Bad Gandersheim ein Erfolg werden. Das hat der Vorstand der Universitätsmedizin Göttingen, Prof. Lorenz Trümper bei der Vorstellung des Projektes betonte Trümper. Ein Misserfolg würde eine Gefährdung der gesamten Gesundheitsversorgung bedeuten. Die UMG ist mit der geplanten Mini-Klinik in der Kurstadt an dem Projekt beteiligt, das von der AOK initiiert worden ist und vom Bund gefördert wird.

Nach Trümpers Worten soll das Mini-Krankenhaus für eine Entlastung der UMG-Notaufnahme, aber auch von denen anderer Kliniken beitragen, indem sie von leichten Fällen entlastet werden, für die an sich keine notärztliche Versorgung notwendig ist.

Prof. Lorenz Trümper.
Prof. Lorenz Trümper UMG-Vorstand © UMG

Als Beispiel nannte er eine 87-Jährige, deren Pflegedienst wegen eines Infekts mit Fieber den Rettungsdienst ruft. Diese Patientin müssen nur überwacht werden und benötige eine Flüssigkeitsversorgung und möglicherweise eine Antibiotika-Behandlung. Nach wenigen Tagen könne sie wieder nach Hause und vom Hausarzt weiter behandelt werden.

Helios schließt seine Klinik in Bad Gandersheim Ende September 2023. Dort soll anschließend die UMG im Rahmen des Statamed-Projektes eine stationäre Basisversorgung betreiben (HNA berichtete). Daneben sollen dort künftig auch andere niedergelassene Ärzte tätig werden. Das haben Landrätin Astrid Klinkert-Kittel (SPD) und der für Krankenversorgung zuständige UMG-Vorstand Trümper am Mittwochabend bei einer Pressekonferenz angekündigt.

Gedacht sei dabei beispielsweise an Fachärzte für Geriatrie und Gynäkologie, aber auch einen Kinderarzt und einen Schmerzmediziner. Auch die Ansiedlungvon unter anderem einer Apotheke, einer Physiotherapie-Praxis aber auch des Sozialdienstes ist vorgesehen. Der Landkreis, der das Gebäude von Helios mietet und dann die Flächen an Nutzer weiter vermietet, sei an einer vollständigen Nutzung des Gebäudes interessiert, betonte die Landrätin.

Das geplante Mini-Krankenhaus in Bad Gandersheim ist für die UMG auch für Ausbildung wichtig. Dort sollen Medizinstudenten im Rahmen von Praktika mit der hausärztlichen Arbeit und der Versorgung beispielsweise von chronisch Kranken vertraut gemacht werden, erklärte UMG-Studiendekanin Prof. Annette Wiegand. Auch Ärzteausbildung soll in Bad gandersheim stattfinden. Durch den damit verbundenden Einblick in die ambulante Versorgung soll dieser Berufsweg für den medizinischen Nachwuchs attraktiver werden, hofft Trümper.

An den Feinheiten für das Konzept des Mini-Krankenhauses wird noch gefeilt. In jedem Fall werde es eine 24-stündige pflegerische Versorgung geben, erklärte der UMG-Vorstand. Tagsüber werden Ärzte vor Ort sein.

Sollte sich der Zustand eines Patienten verschlechtern oder Schwierigkeiten bei der Diagnostik auftreten, sei die entsprechende Versorgung durch die Anbindung an die UMG jederzeit möglich.

Uni-Medizin bietet allen Beschäftigten Stellen an

Allen 70 Beschäftigten des Helios-Krankenhauses in Gad Gandersheim will die UMG ein Übernahmeangebot machen. Allerdings wird wohl nur ein kleiner Teil von ihnen weiter in der Kurstadt arbeiten können. Die Übrigen sollen Stellen in Göttingen angeboten bekommen.

„Wir sind ein sehr guter Arbeitgeber, der nach TVL bezahlt“, warb Trümper für die UMG. TVL ist der Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes für die Beschäftigten der Länder.

Die Personalabteilung stehe für Gespräche bereit. Die UMG will gemeinsam mit dem Landkreis in Bad Gandersheim einen „Infopoint“ für die Klinikbeschäftigten einrichten.

Angestrebt ist ein nahtloser Übergang. Allerdings ist nach Trümpers Worten noch nicht gesichert, ob das Fördergeld rechtzeitig fließen kann. Der Bund hat für das fünfjährige Modellprojekt „Statamed“ zwölf Millionen Euro bewilligt.

Bad Gandersheim ist dabei einer von drei Klinikstandorten in Niedersachsen. Drei drei weitere in Nordrhein-Westfalen und Hamburg gehören ebenfalls dazu. Sollte das Geld aus Berlin nicht rechtzeitig kommen, soll es eine Übergangslösung geben, versicherten der UMG-Vorstand und Landrätin Klinkert-Kittel. (Olaf Weiss)

Test für die Regelversorgung

Mit dem Statamed-Projekt (Statamed: stationär-ambulante Medizin) soll ein Versorgungsnetz aus Arztpraxen, , Klinikärzten, Rettungsdienst, Pflegeeinrichtungen und -fachkräften ausprobiert werden, um es anschließend in die von den Krankenkassen finanzierte Regelversorgung zu übernehmen. Der Patient soll dabei durchgängig von einem Gesundheitslotsen unterstützt werden. Eine Pflegefachkraft („Flying Nurse“) kommt nach seiner Entlassung zu ihm nach Hause. (ows)

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