Urlauber aus Kreis Northeim: Lieber Spanien als Türkei

Das sind die Top-Ziele derzeit: Ingo Marhauer vom Northeimer Tui-Reisecenter holt in diesen Tagen oft die Reisekataloge mit Zielen in Spanien und Kroatien aus den Regalen. Foto: Gödecke

Northeim. Die Anschläge in Istanbul und im ägyptischen Badeort Hurghada hinterlassen ihre Wirkungen auch auf Reisegewohnheiten der Urlauber im Kreis Northeim. Ziele in Ägypten und der Türkei sind deutlich weniger gefragt.

„Im vorigen Jahr waren die Türkei und Ägypten noch der Renner, das hat sich gewandelt. Ich denke die Buchungszahlen sind in den letzten Tagen um die Hälfte zurückgegangen“, sagt Marion Schlüricke vom gleichnamigen Reisebüro am Northeimer Markt.

Die Reiselust sei allerdings immer noch vorhanden, nur die Ziele hätten sich gewandelt. So lägen derzeit die Kanarischen Inseln und Bulgarien bei den Anfragen vorn. Manche Kunden seien auch bereit, etwas tiefer in die Tasche zu greifen und buchten Fernreisen. Schlüricke: „Kuba, die Dominikanische Republik oder auch Sansibar gehen gut.“

Nach den Erfahrungen von Astrid Lowak, die das Uslarer Reisebüro „Urlaubsreif - das A und O für Ihre Reise“ mit ihrem Mann Olaf betreibt, sind die Türkei und Ägypten nicht unter einen Hut zu stecken. Ägypten sei ein Land, das seit Jahren gut gebucht werde, obwohl die Leute wüssten, dass dort viel passieren könne. Bei der Türkei sei das anders.

Deshalb habe es zuletzt nur eine Anfrage nach einem Türkeiurlaub gegeben, während für Ägypten drei Buchungen eingegangen seien, berichtet Lowak. Alternativ würden Spanien und Griechenland wieder viel gebucht, obwohl die Reisen meist teurer seien.

Anfragen für Städtereisen nach Istanbul gebe es derzeit keine, obwohl das Angebot früher beliebt war, sagt Reiseverkehrskaufmann Ingo Marhauer vom Tui-Reisecenter in Northeim. Eine Kundin habe um Stornierung ihrer für Oktober gebuchten Istanbulreise gebeten. „Das versuchen wir, obwohl es eine offizielle Reisewarnung vom Auswärtigen Amt weder für Istanbul noch für die Türkei und übrigens auch nicht für Ägypten gibt“. Die Warnungen nehmen viele Veranstalter als Voraussetzung für kostenfreie Umbuchungen.

Stammkunden halten zur Stange

Natürlich seien die Buchungen von Reisen in die Türkei und nach Ägypten nach den Anschlägen vom 9. und 12. Januar nicht gleich ins Bodenlose gefallen, erläutert Reiseverkehrskaufmann Ingo Marhauer vom Tui-Reisecenter Northeim. Allerdings hielten derzeit insbesondere die Stammkunden, die schon seit Jahren in diese beiden Länder fahren, zur Stange.

„Die Türkei- und Ägypten-Liebhaber kennen die Leute und die Hotels vor Ort und sind sich sicher, dass dort nichts passiert,“ fährt Marhauer fort. Deshalb buchten sie weiterhin.

Sardinien

Trotzdem richte sich das Augenmerk der meisten Kunden, die jetzt eine Flugreise mit Badeurlaub buchen, klar auf andere Ziele. Jetzt stehe Spanien und Kroatien ganz hoch im Kurs. „Und wir hatten in den vergangenen Tagen viele Anfragen in Richtung Sardinien.“

Kulanz möglich

Wer schon eine Reise in die Türkei, nach Ägypten oder auch in ein anderes von Terroranschlägen betroffenes Land gebucht, jetzt aber Angst bekommen hat, kann immer beim Reisebüro anfragen, ob eine kostenfreie oder zumindest kostengünstige Umbuchung möglich ist. Der Reisekaufmann: „Das hängt davon ab, wie kulant der Veranstalter ist.“ Offizielle Reisewarnungen des Auswärtigen Amts gebe es weder für die Türkei (auch nicht für Istanbul) noch für die Badeorte am Roten Meer in Ägypten. Lediglich für den Norden des Sinai und für Überlandreisen im Sinai und der Sahara liegt eine Teilreise-Warnung vor. (www.auswaertiges-amt.de).

Nachfragen lohnt

„Beim Reisebüro nachzufragen, wenn man Zweifel an der gebuchten Reise hat, lohnt sich trotzdem immer,“ sagt Marhauer. Dann könne man gemeinsam nach einer Lösung suchen.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.