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Verbraucher horten Flaschen, aber noch kein Glasnotstand bei regionalen Getränkeabfüllbetrieben

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Von: Jürgen Dumnitz

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Uslar/Lütgenrode/Einbeck – Die Glasflaschenherstellung in Deutschland teilen sich nur wenige Gruppen auf. In der Regel setzen die Glashütten Gas für ihre Schmelzöfen ein.

Abfüllung in der Uslarer Bergbräu-Brauerei: Mindestens bis zum Jahresende gibt es noch genügend Leergut für die Neubefüllung. Der Kauf von neuen Flaschen aus den Glashütten dauert länger als sonst üblich.
Abfüllung in der Uslarer Bergbräu-Brauerei: Mindestens bis zum Jahresende gibt es noch genügend Leergut für die Neubefüllung. Der Kauf von neuen Flaschen aus den Glashütten dauert länger als sonst üblich. © Jürgen Dumnitz

Sorgen um den Nachschub mit neuen Glas-Getränkeflaschen machen sich regionale Getränke-Abfüllbetriebe bisher aber noch nicht. Es dauert nur wesentlich länger von der Bestellung bis zur Lieferung, heißt es, und der Flaschen-Nachschub sei teurer. Viel mehr beunruhigt sind die regionalen Getränkehersteller indes wegen eines geringen Rücklaufs von Pfandflaschen.

Jörg Tietz, Geschäftsführer der Bergbräu-Brauerei in Uslar, sagt auf Anfrage: „Wir sind eigentlich gut ausgestattet, bis Ende des Jahres kommen wir mit unseren verschiedenen Flaschen für die Bier-Produkte gut hin.“ Er beklagt eine lange Vorbestellzeit. Von seinem langjährigen Flaschen-Lieferanten heiße es, dass die Preise wegen der hohen Herstellungskosten von Glas in den vergangenen Monaten deutlich gestiegen seien.

Die Folge laut Tietz: Das Bier müsse teurer werden, weil auch die Rohstoffe wie Gerste bereits verteuert sind. Nötig wären bis zu 15 Prozent. Ob das durchzusetzen ist, sei allerdings fraglich.

Laut Ulrich Meiser, Pressesprecher der Einbecker Brauhaus AG, gehört das Brauhaus beim Bockbier zum Marktführer. Seit 1851 würden Individualflaschen verwendet und sonst gab es Ende Mai immer einen gewaltigen Leergut-Rücklauf. Das sei jetzt anders. Er vermutet, dass wegen der Corona-Beschränkungen Verbraucher mehr Vorräte gekauft haben und sich das Leergut jetzt bei ihnen stapelt. Bis jetzt gebe es keinen Grund zur Sorge, aber man sollte Leergut zeitnah wieder abgeben. Eine Pfandflasche wird nach Meisers Worten 25 bis 40 Mal gereinigt und neu befüllt. Unansehnliche Flaschen würden aussortiert und ersetzt.

Man habe „eigentlich nie die optimale Leergutmenge auf dem Hof“, sagt Anna-Lena Brasche, Assistentin der Geschäftsleitung von Beckers Bester in Lütgenrode. Man schmeiße daher den Füllplan manchmal um. Eine Umverteilung etwa von Pfandglasflaschen auf Tetrapack sei auch eine Reduzierung möglicher Risiken wie etwa einer Leergut-Knappheit.

Der Safthersteller nutzt keine Individualflaschen, sondern das VdF-Mehrweg-System und habe den Vorteil, dass in Lütgenrode eine sehr große Reinigungs- und Sortieranlage laufe. Aber auch Brasche appelliert: Leergut bitte zurückbringen.

Von Jürgen Dumnitz

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