Diskussion in der Helios-Klinik

Vorsitzender des Gesundheits-Ausschusses: „Verdi-Forderung ist zu teuer“

Gast aus Berlin: Rudolf Henke in der Helios-Klinik. Foto: Niesen

Northeim. Wie der Vorsitzende des Gesundheitsauschusses in Berlin die Verdi-Forderung nach mehr Personal in Kliniken bewertet, lesen Sie hier.

Wenn die Forderung der Gewerkschaft Verdi nach 162.000 neuen Stellen in den deutschen Krankenhäusern erhöht wird, würde das rund zehn bis zwölf Milliarden Euro Mehrkosten und die Erhöhung der Krankenversicherung um ein Prozent bedeuten. Das erklärte der Vorsitzende des Gesundheitsausschusses im Bundestag, Rudolf Henke (CDU), bei einer Diskussionsveranstaltung im neuen Northeimer Helios-Krankenhaus. Zu ihr hatte der Northeimer Bundestagsabgeordnete Dr. Roy Kühne eingeladen. Henke erwartet, dass allenfalls die Hälfte der Gewerkschaftsforderung erfüllt werde.

Nach Darstellung von Verdi fehlen nach Kürzungsrunden im Northeimer Krankenhaus 80 Stellen. Darauf hatten die Gewerkschaft in einer Protestaktion einige Stunden zuvor aufmerksam gemacht.

Henkes Angaben zufolge muss zurzeit eine Pflegekraft in Deutschland neun Patienten betreuen. In Skandinavien liegt dieser Wert bei vier, in den Niederlanden bei fünf. Aus der Zuhörerschaft wurde kritisiert, dass der skandinavische Wert früher auch in Deutschland erfüllt worden sei.

Als Scheinlösung bezeichnete Henke, der auch Vorsitzender der Ärztevereinigung Marburger Bund, die Einrichtung von Terminservicestellen, um schneller an Facharzttermine zu gelangen. „Hausärzte sagen, dass sie für ihre Patienten in notwendigen Fällen in ein bis zwei Tagen einen Termin beim Facharzt erhalten würden.“

Henke forderte angesichts fehlender Ärzte auf dem Land die Ausweisung von mehr Medizin-Studienplätzen und „gerichtsfeste Beurteilungselemente“, um nicht nur 1,0-Abiturienten zum Studium zulasse zu können. (zhp)

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