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Vereinsarbeit als Lebenswerk: Gerhard Haupt blickt auf 62 Jahre Ehrenamt

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Von: Josefin Schröder

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Eine besondere Anerkennung: Gerhard Haupt mit der Niedersächsischen Sportmedaille. Am Jackett trägt er die zugehörige Anstecknadel.
Eine besondere Anerkennung: Gerhard Haupt mit der Niedersächsischen Sportmedaille. Am Jackett trägt er die zugehörige Anstecknadel. © josefin S chröder

Gerhard Haupt aus Vogelbeck engagiert sich seit 62 Jahren ehrenamtlich im Sport und prägte das Fußballgeschehen im Landkreis. Dafür erhielt er die Niedersächsische Sportmedaille.

Northeim – Trainer, Betreuer, Mannschaftsleiter, Schiedsrichter, Vereinsvorsitzender – Gerhard Haupt hat in den vergangenen 62 Jahren viele, unterschiedliche Rollen besetzt. Für sein ehrenamtliches Engagement und die Sportförderung im TSV Vogelbeck wurde er jüngst von Ministerpräsident Stephan Weil mit der höchsten sportlichen Auszeichnung geehrt: Haupt erhielt die Niedersächsische Sportmedaille (HNA berichtete).

Damit ist er die dritte Person im Landkreis, die damit geehrt wird. Ob er stolz auf die Auszeichnung ist? „Vielleicht ein bisschen, aber eher sehr zufrieden“, sagt der 79-Jährige.

Die Wände seines Büros, seiner „Schaltzentrale“ wie er sagt, zieren (Ehren-) Urkunden und Verbandsauszeichnungen. In den Regalen reihen sich Ordner aneinander – gefüllt mit fein säuberlich dokumentierter Vereinsgeschichte. Spätestens hier stellt sich der Eindruck ein, dass Gerhard Haupt seine Ehrenämter sehr gewissenhaft ausgeführt haben muss.

Ein Mann mit vielen Ämtern

Angefangen hat alles mit 17 Jahren, als er in Hannover eine D-Jugend Mannschaft, bestehend aus Spielern von 11 bis 13 Jahren aufbaut, trainiert und diese bis zur Herrenmannschaft begleitet. „Damit konnte ich ein bisschen etwas zurückgeben“, sagt der Pensionär, der selber Handballspieler war, bevor er zum Fußball wechselte.

Als er 1968 nach Vogelbeck zieht, tritt er in den TSV ein und gründet dort eine Frauenfußballmannschaft. Zudem engagiert er sich als Abteilungsleiter des Herren- und Damenfußball. 1981 begleitet er den Aufstieg der Damen in die Landesliga Niedersachsens, die damals höchste niedersächsische Klasse.

Immer im Freien, auf den Sportplätzen und in Bewegung zu sein – das habe Haupt stets als einen gesunden Stress empfunden, der ihm bis heute guttut.

Abseits vom Fußballplatz war er als Vertriebsleiter für den österreichischen Fahrradhersteller KTM bis 2007 im Außendienst tätig. Dabei nutzte er die Zeit im Hotel, um den anfallenden Schriftverkehr für den TSV abzuarbeiten. Damals ist er bereits Vorsitzender des Kreisfußball Verbandes Northeim-Einbeck.

Gerhard Haupt vergisst kein einziges Ereignis aus der Vereins--Chronik. Besonders gerne erinnert er sich an den Bau der Sporthalle in Einbeck 1998, zu dem er maßgeblich beigetragen habe. Um das Bauprojekt zu realisieren, stellten sich Haupt und zwei Vorstandskollegen dem Risiko der persönlichen Haftung.

Viel Zeit für etwas anderes blieb neben dem sportlichen Ehrenamt nicht. Kinder hat er keine. „Mit Kindern wäre das so nicht möglich gewesen“, ist sich der gebürtige Einbecker sicher. Wer eine solche Aufgabe für die Gesellschaft übernehme, der müsse auch dran bleiben.

Dran geblieben ist er. Seit 2014 ist Gerhard Haupt der stellvertretende Vorsitzende im Kreissportbund und außerdem zuständig für den Bereich der Öffentlichkeitsarbeit. Er ist überzeugt, dass der Umgang mit Jüngeren und die Arbeit mit Jugendlichen ihn über die Jahre fit gehalten haben. Trotzdem ist 2024 Schluss, wenn seine Amtszeit endet. Wird er es vermissen? „Nein, mir wird nichts fehlen“, sagt er entschlossen. Ein regelmäßiger Besucher auf dem Sportplatz wird er immer bleiben, auch ohne Ehrenamt.

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